Baby
      Flaschennahrung

      8 Tipps fürs erste Fläschchen

      Stillen ist zweifellos das Beste für ein Baby. Wenn eine Mutter nicht (mehr) stillen kann oder will stehen heute zahlreiche Milchnahrungen zur Verfügung. Sie sind nach neuesten wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen auf den jeweiligen Bedarf des Kindes angepasst. Deshalb eignen sie sich für die Ernährung des Säuglings als beste und sicherste Alternative zur Muttermilch.

      Wenn Sie sich dazu entschließen, Ihr Baby teilweise oder ausschließlich mit dem Fläschchen zu ernähren, können Sie es mit genauso viel Liebe und Zärtlichkeit verwöhnen wie beim Stillen

      Im Folgenden haben wir für Sie die 8 Tipps fürs erste Fläschchen zusammengestellt.

      Tipp 1 - Haben Sie Geduld

      Das Trinken aus dem Fläschchen muss Ihr Baby erst lernen. Dafür braucht es anfänglich etwas Geduld. Sie als Eltern sollten dabei so entspannt wie möglich sein, denn Ihr Baby spürt, wenn Sie angespannt sind, und wird möglichwerweise ebenfalls unruhig.
       
      • Haben Sie zuvor gestillt, verbindet Ihr Baby Sie als Mutter oft mit dem Stillen. Eine gute Möglichkeit ist es, eine Bezugsperson zu bitten, die ersten Fläschchen zu geben, bis sich Ihr Baby daran gewöhnt hat.
      • Es ist nicht nötig, immer wieder neue Flaschennahrungen auszuprobieren. Bleiben Sie bei der gewählten Nahrung und stellen Sie sich auf zahlreiche Versuche ein.
      • Manche Babys lieben die gleiche Haltung wie beim Stillen, mit möglichst viel Hautkontakt. Andere Babys probieren gerne etwas Neues aus und liegen während des Trinkens Mama oder Papa gegenüber in der Wippe. Sie können die Haltepositionen aber auch variieren.

      Tipp 2 - Stellen Sie sich auf Veränderungen ein

      Beim Umstellen auf Fläschchennahrung kann es zu Veränderungen im Bereich der Verdauung kommen: Konsistenz, Farbe und Häufigkeit des Stuhls können sich ändern – das ist normal und ein Zeichen, dass sich das Verdauungssystem Ihres Babys an die neue Nahrung anpasst. Nehmen Sie im Zweifelsfall aber bitte immer mit Ihrem Arzt Kontakt auf.

      • Ändern Sie so wenig wie möglich: Sie können zu Beginn der Umstellung abgepumpte Muttermilch aus der Flasche füttern, um den Übergang zum Fläschchen zu erleichtern.
      • Finden Sie heraus, ob Ihr Baby lieber warme Milch (Körpertemperatur) oder kühlere Milch (Raumtemperatur) bevorzugt.

      Häufige Fragen:

      „Warum ist die Verdauung meines Babys jetzt ganz anders?“
      Der Verdauungstrakt Ihres Babys muss lernen, mit der neuen Nahrung umzugehen: Konsistenz, Farbe und Häufigkeit des Stuhls können sich ändern. Haben gestillte Babys einen eher flüssigen bis bröckeligen Stuhlgang, so hat der Stuhlgang bei fläschchenernährten Babys eine eher pastige und dickflüssige Konsistenz. Auch die Häufigkeit der Darmentleerung kann sich bei der Nahrungsumstellung ändern. Beobachten Sie den Unterschied des Stuhlgangs Ihres Babys, wenn Sie beginnen mit dem Fläschchen zu füttern. Bitte denken Sie aber generell daran, dass sich in den ersten Monaten die Farbe, Konsistenz und die Häufigkeit des Stuhls bzw. der Stuhlentleerung immer wieder ändern kann. Das liegt daran, dass der Magen-Darm-Trakt Ihres Babys in diesen ersten Monaten noch ausreift.

      Tipp 3 - Ein wenig Spucken ist normal

      Das Trinken aus dem Fläschchen ist anders als das Trinken an der Brust. Ihr Baby muss die Saugbewegung für das Trinken aus dem Fläschchen erst lernen und sich an die Textur des Saugers in seinem Mund gewöhnen. Ein wenig Milch kann dabei aus dem Mund fließen, doch das heißt nicht, dass Ihr Baby das Fläschchen nicht annimmt.

      • Legen Sie idealerweise schon vor dem Füttern ein Spucktuch bereit. Damit können Sie die Milchreste aus dem Gesicht Ihres Babys entfernen. Auch beim späteren „Bäuerchen“ kann es sehr hilfreich sein.

      „Warum spuckt mein Baby? Verträgt es die Milchnahrung nicht?“
      Ausspucken ist normal und bedeutet nicht unbedingt, dass das Fläschchen abgelehnt wird. Das Trinken mit dem Sauger ist anders als das Trinken an der Brust und die Nahrung kann aus diesem Grund auch manchmal wieder aus dem Mund herausfließen. Zusätzlich braucht ihr Baby Zeit, um sich langsam an die Fläschchennahrung zu gewöhnen.

      Tipp 4 - Wählen Sie den optimalen Sauger für das Fläschchen

      Ein ungeeigneter Sauger ist einer der häufigsten Gründe warum das Fläschchen nicht angenommen wird. Falls Ihrem Baby beim Trinken sehr viel Milch aus dem Mund fließt, passt der gewählte Sauger möglicherweise nicht zur Saugkraft Ihres Babys.

      • Stellen Sie sich darauf ein, unterschiedliche Sauger auszuprobieren, bis Sie den richtigen für das Alter Ihres Babys und die Art seiner Milchnahrung gefunden haben. Probieren Sie Sauger mit verschiedenen Lochgrößen, Formen und Materialien oder bieten Sie die Milchnahrung aus dem Becher an, wenn Ihr Baby dafür schon alt genug ist.
      • Die passende Lochgröße des Saugers spielt eine große Rolle: Das Saugerloch sollte so klein sein, dass sich das Baby, ähnlich wie beim Stillen, beim Trinken ein klein wenig anstrengen muss. Andererseits sollte das Loch aber nicht zu klein sein, da zu große Anstrengung dazu führen kann, dass das Baby zu wenig trinkt. Dies trifft vor allem auf sämige Milchnahrung zu.
        Ist andererseits das Saugerloch zu groß, muss das Baby zu hastig trinken.
      • Um zu prüfen ob der Sauger die richtige Lochgröße hat, halten Sie das Fläschchen schräg nach unten. Die Nahrung darf dann nur „perlenschnurartig“ heraustropfen. Dies ist besonders wichtig bei sämiger Milchnahrung, also Milchnahrungen, die Stärke enthalten sowie bei Spezialnahrungen.

      Häufige Fragen:

      „Wie kann ich mein Baby am besten an den Sauger gewöhnen?“
      Wärmen Sie den Sauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur an. Um den Übergang vom Stillen zum Sauger zu erleichtern, kann auch vorübergehend mit Stillhütchen gestillt werden, so kann das Baby schon Bekanntschaft mit dem neuen Material (Silikon, Kautschuk) machen.

      Tipp 5 - Geben Sie sich und dem Baby Zeit mit dem ersten Fläschchen

      Wenn Sie stillen, können Sie zunächst abgepumpte Muttermilch mit der Flasche füttern. Beginnen Sie dann nach und nach die gewählte Milchnahrung aus dem gleichen Fläschchen und mit dem gleichen Sauger zu füttern

      • Ihr Baby muss sich auf viel Neues einstellen. Helfen Sie ihm, indem Sie immer die gleiche Sorte Milchnahrung füttern, solange sich Ihr Baby an das Trinken aus der Flasche gewöhnt.
      • Achten Sie auf die korrekte Zubereitung der Milchnahrung und reinigen Sie Fläschchen und Zubehör immer gründlich. Befolgen Sie unbedingt die Zubereitungsanleitung. Auch die richtige Dosierung ist sehr wichtig, um eine Über- oder Unterdosierung zu vermeiden und das richtige Verhältnis von Wasser und Pulver einzuhalten.

      Häufige Fragen:

      „Muss ich das Fläschchen immer frisch zubereiten oder kann ich die Fläschchen vorbereiten?“
      Das Fläschchen sollte immer frisch zubereitet und sofort gefüttert werden. Da Milch im Allgemeinen ein guter Nährboden für Keime ist und so das Infektionsrisiko steigt. Bitte unterlassen Sie daher das Vorbereiten von Fläschchen, Aufbewahren im Kühlschrank und Wiederaufwärmen des Fläschchens.

      „Wie bereite ich das Fläschchen am besten zu?“
      Bereiten Sie das Fläschchen immer mit frisch abgekochtem, auf Trinktemperatur abgekühltem Wasser zu. So vermeiden Sie auch Stuhlprobleme Ihres Babys. Das Wasser selbst können Sie jeweils für einen Tag oder für eine Nacht vorbereiten: Sie können gleich eine größere Menge frisch abgekochtes und etwas abgekühlte Trinkwasser in eine saubere Thermoskanne (die Sie nur für diesen Zweck verwenden) füllen. Wenn Sie dann ein Fläschchen brauchen, einfach Wasser aus der Thermoskanne direkt ins Fläschchen füllen, Milchpulver nach Packungsanleitung dazugeben und nach dem Schütteln die Trinktemperatur überprüfen. Die richtige Temperatur wählen Sie, indem Sie Nahrung aus dem Fläschchen auf Ihr Handgelenk tropfen lassen. Wenn es sich weder heiß noch kalt anfühlt, hat das Fläschchen die geeignete Trinktemperatur für Ihr Baby.

      „Wie viele Mahlzeiten braucht mein Baby?“
      Lassen Sie Ihr Baby die Trinkmenge und die Anzahl der Mahlzeiten dennoch selbst wählen! Wenn Ihr Baby also z.B. nicht 5 Mahlzeiten mit jeweils 170 ml trinkt sondern lieber 8 Mahlzeiten mit je 100 ml, so ist das völlig in Ordnung! Die Angaben auf den Packungen sind lediglich Richtwerte für altersgemäße Trinkmengen. Da Babys aber verschieden groß und verschieden lebhaft bzw. aktiv sind, brauchen sie ihre individuellen Mengen. Zusätzlich gibt es Phasen, in denen Babys sehr stark wachsen und mehr Nahrung brauchen – und dann wieder Phasen, in denen mehr das Wachstum der geistigen Fähigkeiten im Vordergrund steht und in denen die Babys deutlich weniger trinken. Wichtig ist einfach immer, die Entwicklung von Gewicht und Größe im Auge zu behalten. Gewicht und Größe sollten immer gemeinsam betrachtet werden. Also: ist ein Baby viel größer als der Durchschnitt, dann darf es auch dementsprechend mehr Gewicht haben.

      „Wie reinige ich das Fläschchen am besten?“
      Fläschchen und Zubehör sollten nach jeder Mahlzeit gründlich gereinigt werden. Nur Latexsauger (die braunen Sauger) sollten ab und zu ausgekocht werden, weil diese mit der Zeit porös werden und sich dann Bakterien sammeln können. Geben Sie beim Auskochen einen Schuss Essig ins Kochwasser, so werden Kalkrückstände verhindert.

      Tipp 6 - Achten Sie auf Ruhe und eine vertraute Umgebung

      Ihr Baby benötigt nicht nur ausreichend Zeit, um sich an das Fläschchen zu gewöhnen, sondern auch eine ruhige und vertraute Umgebung, in der es sich wohlfühlt und es bequem ist.

      • Mit dem ersten Fläschchen beginnen Sie am besten zu einem Zeitpunkt, an dem ihr Baby nicht müde oder zu hungrig ist. Versichern Sie Ihrem Baby durch körperliche Nähe, Augenkontakt und einem Lächeln, dass es sich getrost auf die neue Situation einlassen kann.
      • Wählen Sie nicht unbedingt die gewohnten Stillzeiten für die ersten Fläschchenversuche.
      • Sie können versuchen, das Baby zuerst nur kurz zu stillen und dann – bevor es satt ist – das Fläschchen anzubieten. Suchen Sie einen ruhigen Ort mit vertrauter Umgebung auf, an dem Sie für längere Zeit verweilen können – es ist nicht ungewöhnlich, dass Ihr Baby während des Fläschchentrinkens einschläft.

      Häufige Fragen:

       „Mein Baby lässt sich so leicht ablenken – was soll ich tun?“
      Viele Babys fühlen sich auch in leicht abgedunkelten Räumen recht wohl und lassen sich weniger leicht ablenken. Vermeiden Sie Ungewohntes wie grelles Licht oder laute Geräusche.

      Tipp 7 - Routine ist gefragt

      Manchmal braucht es mehrere Anläufe, bis es mit dem Fläschchen klappt. Wiederholen Sie daher immer die gleichen Abläufe.

      • Zur Einleitung der neuen Routine können Sie den natürlichen Saugreflex Ihres Babys anregen, indem Sie mit dem Sauger sanft über das Oberlippengrübchen oder die Wange in Richtung Mund streichen. Achten Sie darauf, dass sich während des Fütterns die Zunge unter dem Sauger befindet, um die Saug- und Schluckbewegungen zu ermöglichen.
      • Wenn möglich ändern Sie jeweils nur ein Detail beim Füttern, zum Beispiel die Tageszeit oder die Umgebung (Wohn- oder Schlafzimmer).
      • Die Milch sollte zügig aber nicht zu schnell gefüttert werden, da so Blähungen durch Luftschlucken begünstigt werden.

      Häufige Fragen:

      „Soll ich jetzt jeden Tag etwas Neues ausprobieren, wenn mein Baby das Fläschchen ablehnt?“
      Meistens braucht es einige Anläufe, bis es mit dem Fläschchen klappt, denn das Baby muss das Trinken aus der Flasche erst erlernen. Probieren Sie aus diesem Grund nicht täglich etwas Neues aus, da das Baby sich so nur schwer an den neuen Ablauf gewöhnen kann. Routine ist jetzt gefragt. Wiederholen Sie daher immer die gleichen Abläufe: die Zubereitung des Fläschchens (unter Beobachtung des Babys), den Ort und Zeitpunkt der Fütterung, usw.

      „Muss ich jetzt immer beim gleichen Ablauf bleiben?“
      Sobald sich Ihr Baby an das Fläschchen und Sie sich an die neuen Abläufe gewöhnt haben, können Sie den Spielraum erweitern. Jetzt können Sie den Zeitpunkt finden, der für Sie und Ihr Baby am besten passt und die Fläschchenzubereitung optimieren.

      Tipp 8 - Gewöhnen Sie sich an den neuen Rhythmus

      Sobald sich Ihr Baby an das Fläschchen gewöhnt hat, können Sie Ihren neuen Rhythmus zum Vorbereiten und Füttern des Fläschchens finden.

      Wichtige Hinweise

      Stillen ist die beste Ernährung für Ihr Baby und bietet viele Vorteile. So ist es ein guter Schutz gegen Krankheiten und Allergien und fördert die Mutter-Kind-Beziehung. Wir von Aptaclub befürworten dies uneingeschränkt und möchten stillenden Müttern unterstützend zur Seite stehen. Wichtig für den Säugling ist unter anderem eine gesunde und ausgewogene Ernährung in der Stillzeit. Regelmäßiges Anlegen fördert den Milchfluss. Wenn Sie sich dazu entschließen nicht zu stillen oder Stillen und Säuglingsnahrung zu kombinieren, sollte Ihnen bewusst sein, dass dadurch die Muttermilchmenge abnehmen kann. Die Entscheidung, nicht zu stillen, kann nur schwer rückgängig gemacht werden. Die Verwendung anderer Lebensmittel außer Muttermilch kann, ebenso wie unsachgemäße Verwendung von Säuglingsnahrung, die Gesundheit Ihres Babys gefährden. Bedenken Sie vor der Verwendung von Fläschchennahrung auch soziale und finanzielle Aspekte. Lassen Sie sich bitte auch in Ihrer Klinik, von Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme beraten, wenn es um eine Entscheidung zur Ernährung Ihres Babys geht. Bitte beachten Sie bei der Verwendung von Fläschchennahrung die jeweiligen Hinweise zur Dosierung, Zubereitung und Lagerung auf den Packungen.

      Jede Milch enthält von Natur aus Zucker (Milchzucker). Um die Gesundheit der Zähne Ihres Kindes zu schützen und Zahnschäden (Karies) zu verhindern, soll das Fläschchen nicht als Schnullerersatz dienen.

      Haben Sie Fragen?

      Wir sind für Sie da!

      Haben Sie Fragen? Unsere Aptaclub Elternservice-Expertinnen sind gerne für Sie da.

      Das könnte Sie auch interessieren: