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Mama kuschelt mit Baby

Warum sind Bifido-Bakterien im Darm so wichtig für mein Baby?

Inhaltsverzeichnis:

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Darmflora spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Immunsystems von Babys.
  • Die Übertragung beginnt bei der Geburt und erfolgt vor allem über den Geburtskanal und Muttermilch.
  • Nach einem Kaiserschnitt erhalten Babys weniger Bifidobakterien und entwickeln ihre Darmflora später.
  • Muttermilch fördert den Aufbau einer bifidoreichen Darm-Mikrobiota besonders wirksam.
  • Verschiedene Faktoren wie Antibiotika, Infekte, Allergien oder Hygiene können das Gleichgewicht der Darmflora stören.

Gut zu wissen:

 

  • Bifido-Bakterien sind zentral für die Darmgesundheit und die Reifung des Immunsystems. 
  • Die Geburt beeinflusst die Besiedlung mit Bifidobakterien. Bei einem Kaiserschnitt fehlt oft der erste Kontakt aus dem Vaginalsekret. 
  • Bifido-Bakterien können auch aus weiteren Quellen aufgenommen werden. Die wichtigste ist Muttermilch. 

Was sind Bifido-Bakterien?

Bifido-Bakterien kommen natürlicherweise im Darm von Säuglingen vor und sind neben vielen weiteren Bakterien Bestandteil der Darm-Mikrobiota – auch Darm-Flora genannt. Darunter versteht man die natürliche Besiedlung von Bakterien im Darm.

Eine Vielfalt an gesunden Darmbakterien im Magen-Darm-Trakt und eine ausgeglichene Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota ist wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden.Besonders Bifido-Bakterien spielen eine zentrale Rolle: Sie fördern die Darmgesundheit und unterstützen die Entwicklung und Reifung des Immunsystems.1 6 7

Bereits vor, während und nach der Geburt siedeln sich die ersten ganz typischen Bakterien im Darm von Babys an – darunter auch die Bifido-Bakterien. In der Darm-Mikrobiota von vaginal entbundenen, gesunden gestillten Säuglingen sind sie besonders ausgeprägt.1 2 3

Bifido-Bakterien werden von der Mutter auf das Baby übertragen. Babys nehmen unter anderem Bifido-Bakterien natürlicherweise bei der vaginalen Geburt über den Geburtskanal auf – und auch beim Stillen über die Muttermilch. Diese enthält nicht nur nützliche Bakterien, sondern auch spezielle Ballaststoffe, die im Dickdarm als Nahrung dienen und das Wachstum dieser Bakterien fördern.1

Wusstest du schon?

33% der Kinder kommen in Österreich per Kaiserschnitt zur Welt. Der Kaiserschnitt ist eine operative Geburtsmethode, bei der das Baby durch einen Bauchschnitt auf die Welt gebracht wird. Da Säuglinge bei der Entbindung durch einen Kaiserschnitt nicht den Geburtskanal passieren, fehlt ihnen der Kontakt u.a. zu Bifido-Bakterien aus dem Vaginalsekret. Kaiserschnitt geborene Babys nehmen eher die Hautbakterien der Mutter auf. Sie haben anderen Bakterien im Darm als vaginal geborene Säuglinge. Hier findest du weitere Informationen rund um das Thema Kaiserschnitt.

Wie beeinflussen Bifido-Bakterien die Entwicklung und Gesundheit meines Babys?

Ein Großteil der Immunzellen (70-80%) befindet sich im Darm. 1 5 Da diese von den dort angesiedelten Bakterien stark beeinflusst werden, tragen auch die Bifido-Bakterien wesentlich zur Entwicklung und Reifung des Immunsystems bei und unterstützen so langfristig die Gesundheit von Babys und Kindern.1 6 7

Besonders entscheidend ist dabei die frühe Säuglingszeit 1 8 9:

AM CARE Education Bifido Infografik Immunsystem

Hier findest du weitere nützlich Infos zur Entwicklung des Immunsystems deines Babys.

Frau mit Kaiserschnittnarbe und Baby

Was kann ich tun, um die Entwicklung der Darm-Mikrobiota zu fördern?

  • Eine typische ausgeglichene Darm-Mikrobiota von Babys orientiert sich an der von gesunden, gestillten Babys nach einer Vaginalgeburt und enthält viele Bifido-Bakterien.2
  • Bei Kaiserschnitt geborenen Babys fehlt der erste Kontakt zu Bifido-Bakterien aus dem Geburtskanal. Dabei können Bifido-Bakterien auch aus weiteren Quellen aufgenommen werden.
  • Bei Neugeborenen, die per Kaiserschnitt auf die Welt kamen, erfolgt die natürliche Besiedlung mit Bifido-Bakterien zu einem späteren Zeitpunkt. Kaiserschnitt geborene Babys nehmen eher die Hautbakterien der Mutter auf. Sie haben anderen Bakterien im Darm als vaginal geborene Säuglinge.
  • Die Besiedlung mit Bifido-Bakterien kann durch die Ernährung mit Muttermilch unterstützt werden.2 Muttermilch ist grundsätzlich für alle Babys – auch nach einer Kaiserschnittgeburt – die beste Ernährung. Muttermilch enthält Bakterien, z.B. Bifidobakterien, die sich im Darm der Babys ansiedeln. Das ist besonders wichtig für Babys nach einer Kaiserschnittgeburt. 1 5
  • Muttermilch beinhaltet nämlich darüber hinaus auch besondere Ballaststoffe, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort diese nützlichen Bakterien ernähren, damit sie sich vermehren können.1

Falls du nicht stillen möchtest oder kannst, sprich bitte mit deiner Klinik, deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt/deiner Kinderärztin darüber, welche Säuglingsnahrung für dein Baby geeignet ist.

Welche Faktoren können die Entwicklung der Darm-Mikrobiotika stören?

Die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota von Säuglingen wird unter anderem beeinflusst durch2:

  • Umweltfaktoren, Hygiene
  • Entbindung: Vaginalgeburt vs. Kaiserschnitt
  • Antibiotikabehandlung
  • Magen-Darm-Infekte, Durchfall
  • Allergien
  • Ernährung
  • Kita Besuch, Anzahl der Geschwister

Wenn die Entwicklung einer typischen Darm-Mikrobiota gestört wird, kann ein Ungleichgewicht entstehen mit weniger guten und nützlichen gesunden Bakterien. Dabei sind meist die Bifido-Bakterien betroffen, deren Anzahl und Vielfalt dann geringer ist.

Dies ist – wie bereits erwähnt – beispielsweise bei einer Kaiserschnittgeburt der Fall. Säuglinge, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, passieren nicht den Geburtskanal; ihnen fehlt also der Kontakt u.a. zu Bifido-Bakterien aus dem Vaginalsekret.1

Ein gesunder Darm mit einer ausgeglichenen Darm-Mikrobiota ist für alle Babys wichtig, da sie u.a. zu weniger Infektionen, Magen-Darm-Beschwerden wie Störungen der Verdauung, Allergien, Ekzemen und Übergewicht führt.2

Hier erfährst du mehr über die Verdauung deines Babys, sowie über typische Verdauungsbeschwerden.

Häufige Fragen von Eltern zur Darmgesundheit ihres Babys

Bifidobakterien sind nützliche Darmbakterien, die natürlicherweise im Darm von Säuglingen vorkommen. Sie spielen eine zentrale Rolle für die Darmgesundheit und tragen wesentlich zur Entwicklung und Reifung des Immunsystems bei.

Babys nehmen Bifidobakterien bei der vaginalen Geburt durch den Geburtskanal auf. Auch über die Muttermilch werden diese Bakterien übertragen, da sie sowohl Bakterien als auch spezielle Ballaststoffe enthält, die das Wachstum der Bifidobakterien fördern.

Bei einem Kaiserschnitt fehlt der direkte Kontakt zum Vaginalsekret der Mutter, wodurch weniger Bifidobakterien übertragen werden. Stattdessen nehmen Kaiserschnittbabys eher Hautbakterien der Mutter auf, was die Darmflora beeinflussen kann.

Stillen ist eine der besten Möglichkeiten, die Darmflora zu fördern. Muttermilch enthält sowohl Bifidobakterien als auch präbiotische Ballaststoffe. Falls du nicht stillen kannst oder möchtest, sprich mit deiner Hebamme oder Kinderärztin über geeignete Alternativen.

Zu den Faktoren zählen u.a. Kaiserschnittgeburt, Antibiotikabehandlungen, Magen-Darm-Infekte, Allergien, Hygiene, Ernährung sowie Umweltfaktoren. Diese können das Gleichgewicht der Darmflora beeinflussen und die Anzahl der Bifidobakterien verringern.

Eine ausgewogene Darmflora kann das Risiko für Infektionen, Verdauungsprobleme, Allergien, Ekzeme und sogar Übergewicht senken. Sie ist entscheidend für das allgemeine Wohlbefinden und die langfristige Gesundheit deines Babys. 

  1. Shamir et al. John Wiley and Son, 2015.
  2. Harmsen HJ et al. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2000;30(1):61–7.
  3. Scholtens PAMJ et al. J. Annu Rev Food Sci Technol. 2012;3(1):425–47.
  4. Statistisches Bundesamt (Destatis), 2022
  5. Furness JB, et al. 1999. Am J Physiol 277: G922–8.
  6. Chua M et al. JPGN, 2017;65:102–6.
  7. Wong CB et al. Nutrients 2019, 11, 1724.
  8. West CE et al. J Allergy Clin Immunol, 2015;135(1):3–13.
  9. Walker WA et al. Pediatr Res, 2015;77(1):220–8.

 

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