Mutter streichelt ihr Baby
Allergieprävention

Tipps zur Allergieprävention

Mutter streichelt ihr Baby

So kannst du Allergien vorbeugen und das Immunsystem stärken

Du möchtest wissen, welche Möglichkeiten der Allergieprävention du hast? Hier findest du wertvolle Infos und Tipps. Zum einen kannst du das Umfeld des Kindes allergenarm gestalten, zum anderen Allergien durch Ernährung vorbeugen.

Diese sechs äußeren Faktoren kannst du oft aktiv beeinflussen

  1. Vermeidung von Tabakrauchexposition
  2. Vermeidung von Luftschadstoffexposition
  3. Vermeidung von schimmelpilzförderndem Raumklima
  4. Wahl des Geburtsverfahrens (Kaiserschnitt kann Asthmarisiko erhöhen)
  5. Vermeidung der Neuanschaffung einer Katze im Haushalt (bei Risikokindern)
  6. Impfung nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)

Über die Ernährung hast du Einfluss auf fünf weitere Faktoren

  • Ausschließliches Stillen in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten
  • Ausgewogene Ernährung der Mutter inkl. Fisch während Schwangerschaft und Stillzeit
  • Hydrolysierte Säuglingsanfangsnahrung (HA-Nahrung) für nicht oder nicht voll gestillte Risikokinder
  • Beikosteinführung ab Beginn des fünften bis Beginn des siebten Monats
  • Vermeidung von Übergewicht

Allergien durch Ernährung vorbeugen

In Ratgeberbüchern und im Internet findet sich zum Teil immer noch die Empfehlung, während der Schwangerschaft auf den Konsum potenziell allergener Lebensmittel zu verzichten, um das Allergierisiko beim Kind zu reduzieren. Trotzdem ist in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Allergiker in Deutschland nicht gesunken. Im Gegenteil: Immer mehr Kinder erkranken an Allergien. Zudem belegt keine wissenschaftliche Studie eine gesicherte Erkenntnis, dass du durch eine solche Diät eine Allergie bei deinem Kind verhindern oder sein Allergierisiko reduzieren kannst. Unter Umständen kann sie sich sogar ungünstig auf die Nährstoffversorgung auswirken.

Umdenken in Sachen Allergieprävention

Experten empfehlen heute keine Einschränkung der Lebensmittelauswahl während der Schwangerschaft und in der Stillzeit – vor allem Fisch kann einen protektiven Effekt haben. Das heißt, du kannst fast alles essen, was dir schmeckt, und musst keine Lebensmittel vermeiden – auch keine Lebensmittel, die gemeinhin als allergen gelten, es sei denn, du leidest selbst unter einer Allergie. Was dir gut tut, wirkt sich in der Regel auch positiv auf dein Baby aus. Neben frischem Obst und Gemüse ist gegarter, gekochter oder gebratener Fisch (kein roher Fisch!) empfehlenswert. Fettreicher Meeresfisch (z.B. Lachs, Hering), aber auch einige heimische Fischarten (wie z.B. Forelle) enthalten wertvolle langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Auch nach der Geburt deines Kindes trägst du mit der Ernährung dazu bei, das Allergierisiko zu senken: Für dein Baby ist Muttermilch der beste Schutz vor Allergien, da die in der Muttermilch enthaltenen immunologischen Komponenten einen natürlichen Immunschutz bieten und somit sein Immunsystem stärken und das Allergierisiko senken. Dank ihrer einzigartigen, völlig natürlichen Zusammensetzung ist Muttermilch das beste Mittel, um das Allergie- und Infektionsrisiko bei deinem Baby herabzusetzen. Sie enthält viele Kohlenhydrate (Lactose und Prebiotika), Proteine, Lipide, Nukleotide, Vitamine und Mineralstoffe, trägt zur gesunden Entwicklung des Kindes bei und stärkt dessen Abwehrkräfte. Die in der Muttermilch enthaltenen Prebiotika fördern eine bifidusdominante, also gesunde Darmflora. Sie dienen als Futter für die guten Bakterien im Darm und verdrängen so unerwünschte Keime.

Unsere Tipps

  • Achte auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung während der Schwangerschaft.
  • Iss auch während der Stillzeit einmal pro Woche Fisch – gerne auch zwei bis dreimal.
  • Ausschließliches Stillen in den ersten vier bis sechs Monaten ist der beste Schutz für dein Baby.
  • Wenn du nicht stillst, kannst du deinem Baby stattdessen eine HA-Anfangsnahrung füttern.
  • Führe Beikost zwischen Beginn des 5. Monats und Beginn des 7. Monats ein.

Was du außerdem präventiv tun kannst

Die medizinische Leitlinie (S3-Leitlinie) zur Allergieprävention in Deutschland geht nun von einem ganzheitlicheren Ansatz aus. Der neuen Leitlinie zufolge können sowohl äußere Faktoren als auch die Ernährung von Mutter und Kind die Gesundheit und das Immunsystem des Babys beeinflussen. 

Äußere Faktoren, die positiv auf das kindliche Immunsystem wirken

  • Impfung nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
  • Neuanschaffung einer Katze im Haushalt bei Hochrisikokindern nicht empfohlen
  • Wahl des Geburtsverfahrens (Kaiserschnitt kann Asthmarisiko erhöhen)
  • Vermeidung von Tabakrauch
  • Vermeidung von Luftschadstoffen
  • Vermeidung von schimmelpilzförderndem Raumklima 

Reduktion des Allergierisikos durch allergenarmes Eiweiß

Mütter von Risikokindern, die nicht oder nicht voll stillen können, haben die Möglichkeit, Allergien wirksam vorzubeugen, indem sie ihr Baby mit hypoallergener (HA) Säuglingsanfangsnahrung versorgen. HA-Säuglingsanfangsnahrung schützt von Anfang an vor allergischen Symptomen. Hypoallergene (HA) Säuglingsanfangsnahrungen zeichnen sich durch allergenarmes Eiweiß aus. Dieses Eiweiß wird durch einen besonderen Prozess in kleine Bausteine gespalten (hydrolysiert) und verliert so weitestgehend seine allergieauslösende Wirkung.

Wenn du dein Kind nicht oder nur teilweise stillst, sprich mit deinem Kinderarzt. Er wird dir die am besten geeignete hypoallergene Milch empfehlen.

Hast du dich einmal für eine hypoallergene Ernährung deines Babys entschieden, ist es wichtig, in den ersten vier bis sechs Monaten konsequent dabei zu bleiben. So kannst du dein Baby schützen. Denn selbst kleinste Mengen normaler Säuglingsnahrung mit intaktem, nicht gespaltenem (hypoallergenem) Eiweiß können zu einer Sensibilisierung führen und die vorteilhafte Wirkung der allergenarmen Ernährung beeinträchtigen.

Schrittweise Einführung von festen Nahrungsmitteln

Selbst wenn dein Baby eine Anlage zu Allergien mitbringt: Lass es in der Umstellungsphase zur Beikost so viele verschiedene Lebensmittel wie möglich probieren! Eine vielfältige, abwechslungsreiche und nährstoffreiche Beikost ist das Beste, wenn es darum geht, die Entwicklung eines starken Immunsystems zu fördern und Allergien vorzubeugen.

Den Weg vom Fläschchen zu fester Nahrung gehst du am besten in monatlichen Schritten. Bleibe dabei gelassen und hab' Geduld: Dein Baby braucht ein bisschen Zeit, um sich an die neuen Lebensmittel zu gewöhnen. Und auch wenn dein Baby allergiegefährdet ist, musst du dir nicht bei jedem Quengeln Sorgen machen. Um herauszufinden, welche Lebensmittel dein Kind gut verträgt und welche nicht, empfehlen wir, die Zutaten einer Mahlzeit einzeln nacheinander, jeweils im Abstand von einigen Tagen, einzuführen. Dein Kinderarzt hilft dir hierbei ebenfalls.

Lies hier mehr zur Beikosteinführung bei Allergierisiko.

Der Allergie Risiko Check

Schwangere mit Tablet in der Hand auf der Couch

Der Allergie Risiko Check

Dieser Schnelltest gibt Aufschluss darüber, ob bei deinem Baby vielleicht ein erhöhtes Allergierisiko vorliegt.

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