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Schwangerschafts­beschwerden

Eine Schwangerschaft stellt den weiblichen
Körper buchstäblich auf den Kopf. Da ist es
nicht verwunderlich, dass er manchmal mit
Rückenschmerzen, ständigem Harndrang
oder Übelkeit reagiert.

Obwohl Ihr Bauch in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kaum mehr als eine kleine Wölbung ist, leistet Ihr Körper bereits Schwerstarbeit. Alle Weichen sind in Richtung Kind gestellt. Meiden Sie deshalb zusätzliche große Belastungen wie Leistungssport, lange Auto- oder Flugreisen, anstrengende Bergwanderungen etc. Überlassen Sie das Heben und Tragen schwerer Lasten anderen. Denken Sie auch beim Großeinkauf daran und nehmen Sie Hilfe in Anspruch.

Folgende Beschwerden können Ihnen nun zu schaffen machen:

Übelkeit

Den meisten Schwangeren ist morgens übel. Meist klingt diese hormonell bedingte Übelkeit nach dem dritten Schwangerschaftsmonat wieder ab.
Wenn Ihnen die Übelkeit sehr zu schaffen macht und Sie sich öfter als dreimal am Tag übergeben müssen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er kann Ihnen ein Medikament verschreiben, das die Übelkeit vertreibt und für das Baby völlig ungefährlich ist. Nehmen Sie jedoch keine Medikamente auf eigene Faust ein. In den ersten 100 Tagen der Schwangerschaft werden die Organe des Babys und die Gliedmaßen angelegt. Dann ist die Gefahr einer Schädigung durch unkontrolliert eingenommene Arzneimittel besonders groß.

Unser Tipp

 

  • Stellen Sie schon abends eine Thermosflasche mit Kräutertee (z. B. Melissentee) gemeinsam mit Keksen, Zwieback oder einer Banane an Ihr Bett.
  • Verspeisen Sie dieses kleine Frühstück noch vor dem Aufstehen liegend im Bett. Das beruhigt meist den morgendlich rebellischen Magen.

Sodbrennen

Im Endspurt der Schwangerschaft ist die Übelkeit meist Vergangenheit, plötzlich macht sich bei vielen Sodbrennen bemerkbar. Das Brennen hinter dem Brustbein ist darauf zurückzuführen, dass saurer Mageninhalt aufgrund des vorübergehend trägeren Magenschließmuskels in die Speiseröhre zurückfließt. Außerdem fordert die Gebärmutter zunehmend mehr Raum und drückt den Magen nach oben. Mit der Entbindung verschwindet das Sodbrennen.

Unser Tipp

 

  • mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen
  • die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen einnehmen
  • Speisen fettarm zubereiten und nur mild würzen
  • Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke und Pfefferminztee nur selten trinken, denn sie erhöhen die Säureproduktion im Magen
  • Oberkörper im Bett hoch lagern

Rückenschmerzen

Kaum eine werdende Mutter bleibt gänzlich von Rückenschmerzen verschont. Sie treten gehäuft in den letzten Wochen vor der Entbindung auf. Dann sind die Muskeln und Bänder des Rückens einer sehr starken Belastung ausgesetzt.

Unser Tipp

 

  • Liegen in Seitenlage
  • Schwimmen (vor allem Rückenschwimmen)
  • Schwangerschaftsgymnastik
  • bequeme Schuhe
  • ergonomischen Stuhl bei sitzender Tätigkeit verwenden

Informieren Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt, wenn die Rückenschmerzen von Blutungen (auch ganz leichten) begleitet werden, beim Wasserlassen ein Brennen auftritt oder sich die Kreuzschmerzen wie Regelschmerzen anfühlen. Das könnten erste Wehen sein.

Schlaflosigkeit

Werdenden Müttern wird mit gutem Grund empfohlen, viel zu schlafen. Ausreichende Nachtruhe und eine kurze Mittagsruhe sorgen für Ausgeglichenheit, harmonische Grundstimmung und verhelfen zu neuen Kräften. Viele Schwangere wälzen sich jedoch nächtens schlaflos von einer Seite auf die andere. Vielleicht ist Ihr Baby gerade nachts munter. Es kennt den Unterschied zwischen Tag und Nacht nicht und es strampelt, wann immer ihm danach ist. Vielleicht werden Sie auch von Rückenschmerzen, Wadenkrämpfen oder seelischer Anspannung gequält. Oder Sie finden mit dem Bauch einfach keine bequeme Schlafposition mehr.

Unser Tipp

 

  • kein schwarzer Tee oder Kaffee nach 16 Uhr
  • abends nur eine Kleinigkeit essen
  • aufregende Fernsehsendungen und Filme meiden
  • Abendspaziergang oder warmes Bad kurz vor dem Schlafengehen
  • ein Glas warme Milch oder warmer Kräutertee als „Betthupferl“
  • Entspannungsübungen aus der Geburtsvorbereitung im Bett liegend als Einschlafritual üben

Kurzatmigkeit

Die Hormonumstellung und das erhöhte Blutvolumen lassen vielen Schwangeren in den ersten Wochen „die Luft ausgehen“. Etwas später macht sich dann das Baby im Bauchraum breit und drückt das Zwerchfell nach oben. Kein Wunder, wenn Sie dann kurzatmig sind und manchmal nach Atem ringen. Sobald die Gebärmutter sich gesenkt hat (etwa drei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin) und der Lunge Platz macht können Sie wieder besser durchatmen.

Unser Tipp

 

  • abwarten und einen Gang zurückschalten
  • Verschnaufpausen einlegen
  • nichts Schweres tragen
  • in die Hocke gehen statt bücken

Beinschwellungen

Geschwollene Beine oder Knöchel nach einem anstrengenden Tag sind kein Grund zur Sorge solange Ihr Arzt normale Blutdruck-, Nieren- und Gewichtswerte feststellt. Kontaktieren Sie ihn jedoch, wenn sich die Schwellungen plötzlich massiv ausdehnen und begleitet sind von Bauchschmerzen, Sehstörungen und/oder Kopfschmerzen.

Unser Tipp

 

  • tagsüber möglichst oft die Beine hoch lagern
  • beim Sitzen Beine nebeneinander stellen
  • ein kühles Fußbad
  • flache, weite Schuhe

Krampfadern

Eine Schwangerschaft und die in der Folge 25 – 30%-ige Blutzunahme stellen die Venen auf eine harte Probe. Die Gebärmutter drückt auf die Beinvenen und behindert den Abfluss des Blutes. Hinzu kommt, dass die Gefäßwände hormonell bedingt weniger elastisch und weicher sind.

Unser Tipp

 

  • Steh- und Sitzzeiten möglichst kurz halten
  • viel bewegen (z. B. Radfahren, Spazierengehen)
  • Beine im Bett höher als das Herz lagern
  • bequeme Schuhe
  • keine Sauna und warme Bäder
  • Stützstrümpfe oder -strumpfhosen

Wadenkrämpfe

Viele Schwangere werden von Wadenkrämpfen heimgesucht. Diese sind meist ein Anzeichen für Magnesiummangel. Am schnellsten löst sich ein Krampf durch Gehen, Dehnen oder leichtes Aufstampfen auf den Boden.

Unser Tipp

 

  • grünes Gemüse wie Spinat und Hülsenfrüchten sind magnesiumreich (z. B. grüne Sojabohnen)
  • Sonnenblumenkerne liefern ebenfalls viel Magnesium
  • Vollkornvariante bei Brot, Nudeln und Reis
  • Mineralwasser mit mehr als 100 mg Magnesium pro Liter
  • ev. Magnesiumpräparat auf Empfehlung des Arztes

Verstopfung und Verdauungsbeschwerden

Bei vielen Frauen tritt der Darm während der Schwangerschaft in vorübergehenden Arbeitsstreik. Schuld daran sind einmal mehr die Hormone. Abhilfe schafft viel trinken, ballaststoffreich essen und ausreichend bewegen.

Unser Tipp

 

  • ballaststoffreich essen mit Gemüse (v. a. Hülsenfrüchte), Obst (v. a. Trockenfrüchte) sowie Brot, Nudeln, Reis aus Vollkorn und Müsli
  • Menge an Vollkornprodukten am besten langsam steigern, um den trägen Darm nicht zu überfordern
  • Leinsamen, Weizen- oder Haferkleie in Joghurt einrühren
  • ausreichend trinken, damit der Darm nicht “austrocknet”

Häufiger Harndrang

Die Hormone spielen verrückt und die Gebärmutter drückt zunehmend auf die Blase – kein Wunder wenn Sie nun öfter als sonst Harndrang verspüren.

Wenn Schmerzen in der Lendengegend oder der Harnröhre, Frösteln oder Fieber hinzukommen, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt.

Unser Tipp

 

Besonders lästig ist es, wenn man nachts ständig raus muss. Versuchen Sie daher, die empfohlene Trinkmenge im Laufe des Nachmittags zu bewältigen.

Wenden Sie sich bei folgenden Alarmzeichen unbedingt an Ihren Arzt:

  • Starke Kreuzschmerzen
  • Gebärmutterkrämpfe (fühlen sich wie Regelschmerzen an)
  • Blutungen (auch wenn sie “kaum der Rede wert“ sind)

Diese Signale des Körpers können Vorboten von Komplikationen sein, die sich heute dank moderner Diagnosemöglichkeiten großteils verhindern lassen.

Sie haben bereits eine weite Reise gebucht oder sich zu einem sportlichen Wettkampf angemeldet? Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber.

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Schwangerschaftskalender

Hier erfahren Sie Woche für Woche viel Wissenswertes rund um die Schwangerschaft und wie sich Ihr Baby im Mutterleib entwickelt.

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Stillhinweis

Wir befürworten die Empfehlung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) uneingeschränkt und sind von den Vorteilen des Stillens für Mutter und Kind überzeugt. Stillen ist die beste Ernährungsweise und zugleich ein guter Schutz gegen Krankheiten und Allergien. Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit begünstigt das Stillen. Regelmäßiges Anlegen fördert den Milchfluss. Zusätzliche Flaschennahrung kann den Stillerfolg beeinträchtigen. Die Entscheidung, nicht zu stillen, kann nur schwer rückgängig gemacht werden. Bei der Zubereitung von Säuglingsnahrung achten Sie bitte sorgfältig auf die Hinweise auf den Packungen. Die Experten unseres Elternservices beraten stillende Mütter gern. Bitte klicken Sie hier für weiterführende Informationen zum Thema Stillen und Muttermilch.