Baby

      Fragen rund um Muttermilch und Stillen

      Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise – und erfahren Sie ein paar erstaunliche Wahrheiten über die Muttermilch und das Stillen, die Sie vielleicht noch nicht wussten.

      In der größten Muttermilch-Forschungseinrichtung in Deutschland beschäftigen sich Wissenschaftler, Ärzte und Ökotrophologen seit über 40 Jahren mit den schier unendlichen Bestandteilen, Seiten und Facetten der Muttermilch, um ihre einzigartige Zusammensetzung, ihre Wirkweise sowie ihre physischen und psychischen Vorteile Tag für Tag etwas besser zu verstehen.

      Stillen und Muttermilch: Die wichtigsten Fragen beantwortet von unserem Experten Dr. Bernd Stahl

      Wir haben die spannendsten Fragen zum Thema Muttermilch und Stillen gesammelt und unserem Muttermilch-Experten Dr. Bernd Stahl gestellt. Er ist Leiter der Muttermilchforschung und der Analytik bei Danone Nutricia Research und forscht seit über 20 Jahren auf diesem Gebiet. Seine wissenswerten Antworten und was seine Erkenntnisse für Sie und Ihr Baby bedeuten, verrät er hier:

      Muttermilch, ein komplexes Wunder der Natur

      Wussten Sie eigentlich, dass sich die Muttermilch an die Bedürfnisse Ihres Kindes anpasst? Je nach Lebensalter aber auch Tageszeit oder sogar dem Geschlecht des Babys bietet Muttermilch eine optimale Nährstoffzusammensetzung für Ihr Kind. Genau das macht Muttermilch zu einem außergewöhnlichen Wunder der Natur.
      In unserer Forschung versuchen wir, die Zusammensetzung der Muttermilch zu verstehen und ihre Inhaltsstoffe und Wirkung zu entschlüsseln. Einige sehr wichtige Erkenntnisse haben wir bereits gewonnen, damit wir auch Säuglingen, die nicht oder nicht voll gestillt werden, und Kleinkindern eine Nahrung bieten können, die auf ihre Entwicklung bestmöglich abgestimmt ist.

      Bestandteile der Muttermilch

      Wie die Muttermilchforschung genau aussieht und wieso Muttermilch so wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes ist? Das erklärt Ihnen unser Experte Dr. Bernd Stahl im Video.

      Wie lange stillen? Wie oft stillen? Kann man zu lange oder zu kurz stillen? Muttermilch abpumpen – passt sie sich weiterhin den Bedürfnissen und der Entwicklung des Babys an? Unser Experte Dr. Bernd Stahl kennt die Antworten

      Besonders am Anfang wirft das Thema Stillen einige Fragen auf. Können Kinder zu lange oder zu kurz gestillt werden? Welche Auswirkungen hat die Ernährung der Mutter auf die Milch? Kann man Muttermilch überhaupt ersetzen? Unser Experte Dr. Bernd Stahl weiß, dass Muttermilch alle Inhaltsstoffe hat, die das Kind in den ersten sechs Monaten braucht. Doch danach reicht die Muttermilch allein nicht mehr aus. Für eine optimale Entwicklung sollte nun zusätzlich Beikost eingeführt werden.
      Diese und weitere Fragen rund ums Stillen und wie eine altersgerechte Ernährung dann aussieht erklärt Dr. Bernd Stahl im Video.

       

      Muttermilch fördert eine gesunde Entwicklung

      Muttermilch ist individuell auf Ihr Kind angepasst. Dadurch trägt sie maßgeblich zu einer gesunden Entwicklung des Immunsystems, des Gehirns und der Darmflora bei. Warum das so ist, und warum Stillen sogar vor Krankheiten schützen kann verrät unser Experte Dr. Bernd Stahl im Video.

       

      Eigenschaften der Muttermilch

      Anders als das gewohnte Weiß von (homogenisierter) Kuhmilch, verfügt Muttermilch über ein relativ breites Farbspektrum. Die Farbe hängt von verschiedenen Faktoren wie z. B. von der Ernährung der Mutter ab. Frische Muttermilch kann gelblich, bläulich oder leicht bräunlich aussehen. Abgepumpte Muttermilch weist oft einen Grünstich auf, eingefrorene Muttermilch kann einen gelblichen Ton annehmen.

      Eingefroren (bei – 18°C) kann abgepumpte Muttermilch 3 bis 6 Monate gelagert werden. Da sich aber vor allem die Fette nach 3 Monaten langsam verändern, ist der Verbrauch gefrorener Muttermilch innerhalb von 3 Monaten sehr empfehlenswert. Ab dann kann die Milch auch anders riechen und schmecken. Empfindliche Babys mögen sie dann eventuell nicht mehr so gerne.

      Gefrorene Muttermilch muss schonend aufgetaut werden, etwa

      • im Kühlschrank,
      • bei Raumtemperatur,
      • unter fließendem lauwarmen Wasser oder
      • im Flaschenwärmer bei niedriger Temperatur.

      Auf keinen Fall sollte das Auftauen in der Mikrowelle geschehen, da die Milch ungleichmäßig erwärmt wird und Verbrennungsgefahr für Ihr Baby besteht. Aufgetaute Muttermilch können Sie noch bis zu 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren.

      Erstaunlich aber wahr: Ihr Baby erkennt Sie am Geruch und am Geschmack Ihrer Milch. Der Körpergeruch der Mutter und das Aroma der Muttermilch werden nicht zuletzt durch die gegessenen Lebensmittel beeinflusst. Intensive Aromen wie z.B. Knoblauch, Menthol, Banane verändern auch den Geschmack der Muttermilch. Kohl und Zwiebel können bei manchen Babys sogar zu Blähungen führen. Wenn Ihr Baby also scheinbar mal keine Lust auf Muttermilch hat, kann einfach ein anderer, ungewohnter Geschmack die Ursache sein.

      Taurin ist eine aminosäureähnliche Verbindung, die in der Muttermilch enthalten ist. Taurin ist z. B. für den Fettstoffwechsel unabdingbar, unterstützt die Synapsenbildung (Verbindung zwischen den Nervenzellen) im Gehirn und ist für die Retinabildung (Netzhaut des Auges) erforderlich.

      Es gibt Phasen, in denen eine stillende Mutter den Eindruck hat, dass die Muttermilch für ihr Baby nicht ausreicht. Oftmals sind Babys’ Wachstumsschübe die Ursache. Bleiben Sie gelassen: Gönnen Sie sich viel Ruhe, trinken Sie ausreichend und legen Sie Ihr Baby häufiger an – das regt die Milchdrüsen an, mehr Milch zu bilden. In der Regel spielen sich “Angebot und Nachfrage” nach einigen Tagen wieder aufeinander ein.

      Muttermilch ist sehr komplex. Sie besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen. Dabei verändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch sowohl während der Stillzeit als auch im Verlauf einer einzelnen Mahlzeit.

      In den ersten Tagen (1. bis 2. Lebenstag) nach der Geburt erzeugen die Brustdrüsen die sogenannte “Vormilch” (Kolostrum). Diese Milch hat eine gelbliche Farbe und enthält besonders viele Abwehrstoffe. Die Vormilch ist leicht verdaulich und regt den ersten Stuhlgang des Babys an. Stoffe, die sich während der Schwangerschaft im Darm des Kindes gesammelt haben, werden nun zuerst ausgeschieden. Dieser erste schwarze Stuhlgang wird daher auch treffend „Kindspech“ genannt. Etwa vom 2. bis zum 14. Tag nach der Geburt produziert der Körper in größeren Mengen die Übergangsmilch („transitorische“ Muttermilch). Diese Milch weist einen höheren Fett- und Kohlenhydratgehalt auf, während der Eiweiß- und Mineralstoffanteil abnimmt. Die Farbe dieser Milch ist gelblich.

      Nach ca. 14 Tagen wird die “reife” Muttermilch gebildet. Durch ihren hohen Fett- und Kohlenhydratanteil sättigt die reife Muttermilch besonders gut, und der optimale Eiweiß- und Mineralstoffanteil liefert Ihrem Baby viele Nährstoffe. Die Muttermilch hat jetzt eine eher weißliche Farbe.

      Zudem produziert Ihr Körper immer ein komplettes 3-Gänge-Menü für’s Baby – mit dünnflüssiger Vor-, nahrhafter Haupt- und sättigender Nachspeise.

      Trinken Sie immer, wenn Sie durstig sind und stellen Sie sich zu jeder Stillmahlzeit ein Glas Wasser bereit. Wenn Sie zu Beginn täglich ca. 2 Liter Wasser trinken, nehmen Sie in der Regel genügend Flüssigkeit zu sich, um ausreichend viel Milch zu produzieren. Steigern Sie diese Trinkmenge mit dem Alter Ihres Babys auf bis zu 3 Liter pro Tag (je nach Jahreszeit).

      Die Menge der Milch, die Ihr Körper produziert, ist allerdings weitestgehend unabhängig von der Menge der Flüssigkeit, die Sie zu sich nehmen. Stattdessen ist häufiges Anlegen und vermehrtes Saugen das Signal, um den Milchfluss anzuregen. Angebot und Nachfrage spielen sich also während des (Voll-)Stillens ideal aufeinander ein, so dass Ihr Baby stets bestens versorgt ist. Tipp: Ein einfacher Indikator dafür, dass Ihr Baby gut versorgt ist, sind 4 – 6 nasse Windeln am Tag. Der Harn sollte eine helle Farbe und einen schwachen Geruch haben. Ein weiteres Zeichen ist die altersgerechte Gewichtszunahme ihres Kindes: ca. 150 bis 200 Gramm pro Woche in den ersten 6 Lebensmonaten.

      Stillen reduziert Allergierisiken und schützt nachhaltig vor Krankheiten und Infektionen. Auch wenn Ihr Baby allergiegefährdet ist, sollten Sie sich selbst ganz normal und ausgewogen ernähren. Dazu gehören auch Milchprodukte wie Käse, Vollmilch usw. Wurde jedoch bei Ihrem Stillkind eine Allergie gegen Milcheiweiß festgestellt, kann es sinnvoll sein, Milchprodukte auch aus Ihrem Speiseplan weitgehend zu streichen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber und informieren Sie sich im Rahmen einer Ernährungsberatung.

      Entgegen anders lautender Gerüchte: Das Trinken sogenannter milchbildender Getränke führt nicht zu erhöhter Muttermilchproduktion. Diese hingegen wird ausschließlich durch vermehrtes Anlegen und Saugen angekurbelt. Dennoch haben Stillende einen erhöhten Bedarf an Flüssigkeit, da sie mit der Muttermilch ihr Baby auch mit Flüssigkeit versorgen. Trinken Sie im Minimum ca. 2 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt, wobei Wasser, spezielle Still-Tees und ungesüßte Teegetränke ideal sind. Meiden Sie Salbei- und Pfefferminz-Tees, da diese die Milchbildung hemmen können. Beschränken Sie die Menge koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee, Schwarz- und Grüntee und Cola auf insgesamt 2-3 Tassen bzw. Gläser pro Tag.

      Mit jeder Muttermilch-Mahlzeit nimmt ein Baby jeweils ein umfassendes 3- Gang-Menü zu sich: Die Vorspeise, eine sehr dünnflüssige, wasserreiche, kalorienarme Milch, eignet sich perfekt, um den Durst des Babys zu stillen. Nach ca. 3 bis 5 Minuten folgt der Hauptgang: Durch das Saugen wird der Milchspendereflex ausgelöst, so dass in beide Brüste fett-, eiweiß- und kalorienreiche Muttermilch einschießt. Zum Dessert wechseln Sie die Seite: In der nicht angelegten Brust hat sich die erste, wässrige Milch nun mit der fetthaltigen vermischt, so dass sich Ihr Baby in aller Ruhe satt trinken kann.

      Muttermilch erscheint manchmal etwas dünnflüssig, dennoch ist sie genau auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt. Sie verändert ihre Zusammensetzung während einer Stillmahlzeit und je nach Alter ihres Kindes. Wichtig ist jedoch, dass Sie ausgewogen und gesund essen, so dass auch Sie optimal versorgt sind.

      Besondere Bestandteile der Muttermilch

      In der Muttermilch findet man nur wenige Keime, die vor allem von der mütterlichen Haut kommen. Das Baby kommt gut mit den “normalen” Keimen der Mutter/Familie zurecht und die alltägliche Hygiene der Mutter reicht völlig aus. Eine spezielle Desinfektion ist nicht erforderlich.

      LCP ist die Abkürzung für long chain polyunsatturated fatty acids. Dies sind langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die auch in der Muttermilch enthalten sind. Vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten sind diese Fettsäuren für den Aufbau von Gehirn und Nervensystem, sowie für die Entwicklung des Sehvermögens des Kindes wichtig.

      Da der Körper des Babys LCPs noch nicht in ausreichender Menge selbstständig herstellen kann,müssen diese über die Nahrung zugeführt werden, um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten. Wenn Sie stillen, erfolgt dies über Muttermilch. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend mit LCPs versorgt sind, indem Sie mindestens ein bis zweimal pro Woche fettreichen Fisch wie Hering, Makrele oder Lachs essen.

      Die Gemütslage der Mutter beeinflusst die Milchbildung. Die Hauptrolle spielt dabei das Hormon Oxytocin. Bereits wenn die Mutter ihr Baby schreien hört oder ans Stillen denkt, wird Oxytocin ausgeschüttet. Es sorgt dafür, dass mit dem Saugen der Milchfluss erhöht wird und angenehme, ja sogar lustvolle Gefühle bei der Mutter ausgelöst werden. Auf diese Weise wird die emotionale Bindung von Mutter und Kind verstärkt.

      Prebiotische Ballaststoffe, auch Prebiotika genannt, sind natürliche, nicht-verdauliche Kohlenhydrate, die die Gesundheit fördern, indem sie die Darmflora günstig beeinflussen. Diese besonderen Ballaststoffe sind natürlicherweise in der Muttermilch enthalten. Sie sorgen dafür, dass die erwünschten positiven Darmbakterien ein ausreichendes Nahrungsangebot haben, um sich zu vermehren.

      Prebiotika sind also das “Futter” für die guten Keime im Darm. Diese guten Keime im Darm sorgen dafür, dass unerwünschte Bakterien, Viren und Pilze in ihrem Wachstum gehemmt werden. Zusätzlich stärken Prebiotika die Darmschleimhaut und machen sie schwerer durchlässig z. B. für Allergene.

      Fragen zum Stillen

      Fieber ist kein Grund zum Abstillen. Gönnen Sie sich allerdings möglichst viel Ruhe. Nach Rücksprache mit dem Arzt und gründlicher Untersuchung, ist eine Fiebersenkung mit geeigneten Medikamenten und weiteres Stillen meist möglich.

      Bei grippalen oder Magen-Darm-Infekten können Sie in der Regel weiter stillen. Über die Muttermilch kommen dem Baby nämlich auch die spezifischen Antikörper gegen die auslösenden Krankheitserreger zugute. Sollte die Krankheit jedoch sehr schwer verlaufen, lassen Sie sich bitte von Ihrem Arzt beraten.

      Sehr wahrscheinlich handelt es sich beim Begriff „Stillen“ um eine Ableitung des Adjektivs „still“ (im Sinne von „ruhig sein“). Seit dem 8. Jahrhundert n. Chr. war das Verb „stillen“ im Sinne von „zum Schweigen bringen“ und als Synonym für „säugen“ in Verwendung. Jedoch war „säugen“ noch für mehrere Jahrhunderte der durchgesetzte Sprachgebrauch. Erst im 16. Jahrhundert wurde der Begriff „Stillen“ gebräuchlich.

      Viele Frauen sind nach der Entbindung mit ihrem Gewicht noch unzufrieden. Aber keine Sorge: Ihr Körper hat sich in der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereitet und Energiereserven angelegt. Diese Fettreserven werden allmählich im Laufe der Stillzeit auch wieder abgebaut.

      Wenn Sie voll stillen und sich ausgewogen und gesund ernähren, liegt die natürliche Gewichtsabnahme nach der Geburt bei ca. 0,5 bis 1 kg pro Monat. Dies liegt daran, dass beim Stillen viele Kalorien verbraucht werden und Nährstoffe für die Milchbildung benötigt werden. Mit gezieltem Abnehmen und Diäten sollten Sie allerdings bis nach dem Ende der Stillzeit warten: Zum einen erhalten Sie sonst nicht die erforderlichen Nährstoffe, zum anderen können durch das Einschmelzen der Fettspeicher die dort gesammelten Schadstoffe in größeren Mengen frei werden und in die Muttermilch gelangen. Verzichten Sie daher auf Diäten und achten Sie stattdessen auf einen ausgewogenen Essalltag. Der Mehrbedarf für die Produktion der Milch liegt beim Vollstillen in den ersten Monaten bei 635 kcal pro Tag, ab dem 4. Monat dann bei ca. 525 kcal pro Tag.

      In der Stillzeit versorgen Sie sich und Ihr Baby mit Energie und allen wichtigen Nährstoffen, die Ihr Kind für sein gesundes Wachstum braucht. Essen Sie daher regelmäßig, bunt und vielfältig, so dass Sie und Ihr Baby sich wohl fühlen.

      Von Reduktionsdiäten während der Stillzeit ist abzuraten. Nehmen Sie langfristig zu wenig Energie auf und nehmen zu stark ab, kann sich dies negativ auf die Milchproduktion auswirken. Darüber hinaus nehmen Sie durch einen eingeschränkten Speiseplan zu wenig wichtige Vitamine und Spurenelemente auf. Wichtig: Ihr Bedarf an Nährstoffen ist in der Stillzeit, ähnlich wie in der Schwangerschaft, zum Teil deutlich erhöht.

      Prinzipiell sollten Sie in der Stillzeit versuchen, ohne Medikamente auszukommen. Falls es sich aber nicht vermeiden lässt, wird Ihr Arzt Sie beraten, ob und welche Medikamente sich mit dem Stillen vertragen. Steht im Einzelfall kein für die Stillzeit geeignetes Medikament zur Verfügung, können Sie vor Behandlungsbeginn Muttermilch abpumpen und durch Tiefkühlen haltbar machen. Milch aus der Zeit der Medikamenteneinnahme verwerfen Sie am besten.

      Beim vollen Stillen in den ersten vier Monaten benötigt eine stillende Mutter pro Tag zusätzlich zum Grundbedarf eine tägliche Energiezulage von ca. 635 kcal, um rund 780 ml Muttermilch bilden zu können. Nach dem 4. Monat reduziert sich der Mehrbedarf an Kalorien auf 525 kcal/d bzw. bei partiellem Stillen auf 285 kcal/d. Diese Angaben sind Durchschnittswerte, die von Person zu Person schwanken können.

      Damit Sie und Ihr Baby gut, d. h. mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind, ist in der Stillzeit ein gesunder, ausgewogener Speiseplan besonders wichtig. Essen Sie deshalb Lebensmittel, die Ihnen viele wichtige Nährstoffe liefern: Vollkornprodukte, Kartoffel, Vollkornnudeln, Naturreis, Gemüse, Obst, Milch- und Milchprodukte, Eier und Fisch sind wertvolle Lebensmittel und gehören regelmäßig auf den Speiseplan.

      Essen Sie

      • reichlich pflanzliche Lebensmittel
      • mäßig tierische Produkte und
      • sehr sparsam fettreiche Lebensmittel, Süßigkeiten und Knabbereien.

      Eine Ausnahme bei den fettreichen Lebensmitteln bildet fettreicher Fisch wie Hering, Makrele oder Lachs, der mindestens zweimal in der Woche auf dem Speiseplan stehen darf.

      Stillen ist keine Frage von Größe und Gewicht. Das zur Verfügung stehende Milchvolumen ist nicht abhängig davon, ob Sie eher klein und zierlich oder groß und kräftig sind. Sogar bei einem BMI von unter 18,5 scheinen Volumen und Energiegehalt der Muttermilch ausreichend zu sein. Erst bei schwerster Unterernährung der Mutter wird die Milchproduktion in Bezug auf Menge und Qualität beeinträchtigt. Einige Vitamine und Mineralstoffe sowie die Fettsäurezusammensetzung der Muttermilch werden durch die Ernährung der Mutter geringfügig beeinflusst. Achten Sie daher solange Sie stillen auf einen ausgewogenen Speiseplan.

      Ernährung mit dem Fläschchen

      Wenn die Muttermilch allein trotz häufigem Anlegen längerfristig nicht ausreicht, um den Hunger Ihres Babys zu stillen, können Sie die sogenannte „Zwiemilchernährung“ wählen. Dabei füttern Sie nach dem Stillen speziell für die Bedürfnisse von Säuglingen entwickelte Pre- oder 1er- Säuglingsanfangsnahrungen zu:

      Stillen Sie zuerst Ihr Baby an beiden Brüsten. Um herauszufinden, ob Ihr Kind tatsächlich noch Hunger hat, legen Sie eine kleine Pause und/oder lassen Sie dem Baby ein Bäuerchen machen. Meist dauert es eine Weile, bis das Baby ein Sättigungsgefühl verspürt. Wenn es dennoch Hunger signalisiert, geben Sie ihm ein Fläschchen mit Pre- oder 1er Säuglingsanfangsnahrung. Säuglingsanfangsnahrungen sind in der Regel so gut bekömmlich, dass sie gut in Kombination mit der Muttermilch gegeben werden können.

      Abgepumpte Muttermilch kann ohne weiteres bis zu 3 Tage bei +4°C im Kühlschrank gelagert werden. Länger haltbar wird sie, indem Sie sie direkt nach dem Abpumpen tiefkühlen. Verwenden Sie die aufgetaute Milch jedoch innerhalb der nächsten 24 Stunden. Bewahren Sie Muttermilch nicht über eine längere Zeit im Flaschenwärmer oder in einer Thermoskanne auf, da sich sonst Keime rasch vermehren. Wenn Sie eine aufgewärmte Muttermilchmahlzeit nicht ganz verfüttern, entsorgen Sie die Reste.

      Pflanzliche Milcharten wie Mandelmilch, Reismilch, Sesammilch usw. sind für Säuglinge nicht geeignet. Ihr Nährstoffgehalt ist nicht auf die Bedürfnisse von Babys abgestimmt. Aufgrund der geringen biologischen Wertigkeit der Pflanzeneiweiße sowie des Mangels an bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen, können sie zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen und zum Teil irreparablen Mangelerscheinungen führen.

      Eine Ausnahme bilden Spezialnahrungen auf Basis von Sojaeiweiß. Sie sind speziell auf die Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmt und dürfen unter medizinischer Kontrolle in bestimmten Fällen gegeben werden. Tierische Milcharten (Stuten-, Schaf-, Ziegen-, Kuhmilch) sind ebenso zur Säuglingsernährung im 1. Jahr nicht geeignet. Keine Tiermilch entspricht dem Nährstoffbedarf von Säuglingen im ersten Lebensjahr. Der z. B. hohe Eiweiß- und Mineralstoffgehalt der Kuhmilch führt zu einer erhöhten Belastung der kindlichen Nieren, und es fehlen wichtige Nährstoffe wie z. B. LCPs, Jod und Vitamine. Ziegenmilch ist der Kuhmilch recht ähnlich und enthält zu wenig Folsäure und Vitamin B12. Schafmilch hat einen deutlich höheren Energie, Eiweiß-, Fett- und Mineralstoffgehalt als Muttermilch, weshalb auch sie nicht geeignet ist. Stutenmilch ist aus ernährungsphysiologischer Sicht der Muttermilch zwar am ähnlichsten, doch ihr niedriger Energiegehalt sowie ein nicht den Bedürfnissen eines Säuglings entsprechender Mineralstoffgehalt machen sie ebenso ungeeignet. Auch zur speziellen Prävention oder Behandlung von Allergien werden diese Tiermilchen nicht empfohlen, da durch das enthaltene Eiweiß das Risiko einer Allergieentwicklung besteht. Wenn keine oder nicht ausreichend Muttermilch zur Verfügung steht, stellen nur handelsübliche Marken-Säuglingsnahrungen eine empfehlenswerte Alternative dar.

      Mythos oder Wahrheit?

      Viele Mütter werden während Schwangerschaft und Stillzeit vergesslich. Schuld ist möglicherweise das Stillhormon Prolaktin, das der Körper bereits während der Schwangerschaft ausschüttet. Es stimuliert das Wachstum der Milchdrüsen in der Schwangerschaft. Später kurbelt es die Milchsekretion an. Gemeinsam mit dem Hormon Oxytocin bewirkt es, dass Mütter das Bedürfnis verspüren, sich vor allem auf ihr Kind zu konzentrieren. Darüber hinaus soll Prolaktin das Vergessen fördern. Aber keine Sorge: Nach Schwangerschaft und Stillzeit kehrt die gewohnte Gedächtnisleistung zurück.

      Muttermilch ist sehr komplex. Sie enthält mehr als 200 verschiedene Bestandteile und ist von Mutter zu Mutter individuell unterschiedlich zusammengesetzt. Das steht unter anderem in Zusammenhang mit der jeweiligen Blutgruppe (“Lewis-Faktoren”), die das Kohlenhydrat-Muster der Muttermilch beeinflusst.

      Regelmäßige sportliche Aktivität ohne Überbelastung wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Mutter aus. Den Beckenboden können Sie durch gezieltes Rückbildungstraining stärken. Bei einer körperlichen Überanstrengung bildet der Körper Milchsäure. Es ist nicht auszuschließen, dass die Milchsäure in die Muttermilch übergeht und ihren Geschmack verändert. Am besten sporteln Sie daher unmittelbar nach einer Stillmahlzeit.

      Die Zusammensetzung der Muttermilch ist von Land zu Land und von Mutter zu Mutter verschieden. Dabei spielen sozio-ökonomische, ethnische, geografische und Umwelt-Faktoren eine Rolle. Nicht zu vergessen die individuelle Ernährungsweise. Zum Beispiel ist Muttermilch einer Japanerin anders zusammengesetzt als die einer österreichischen Stillenden. Grund hierfür sind die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten: Mitunter erklärt der in Japan übliche hohe Fischkonsum die Verschiedenheit in der Zusammensetzung.

      Häufig wird Stillenden empfohlen, auf besondere Lebensmittel wie z. B. Zitrusfrüchte oder blähende Gemüsesorten bzw. Hülsenfrüchte zu verzichten, um ein Wundsein oder Blähungen beim Baby zu vermeiden. Ein solcher Zusammenhang ist bisher noch durch keine Studie bestätigt worden. Da jedes Kind anders reagiert, essen Sie ruhig weiterhin jede Art von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Wenn sie einen “Verdacht” hegen, lassen Sie einzelne Lebensmittel weg und beobachten Sie, ob die Beschwerden verschwinden.

      Alkohol schadet Ihnen und Ihrem Baby und sollte während der Stillzeit gemieden werden. Entgegen der landläufigen Ansicht regen alkoholische Getränke die Milchproduktion nicht an, sondern verringern diese möglicherweise sogar. Beim Alkoholabbau im Blut gibt es große interindividuelle Unterschiede, abhängig u. a. vom Körpergewicht und der Leberfunktion. Wenn es mal etwas zu feiern gibt und Sie auch ein Gläschen mittrinken möchten, trinken Sie alkoholfreien Sekt oder alkoholfreies Bier solange Sie stillen. Ermöglichen Sie Ihrem Baby einen rauchfreien Start und bieten Sie ihm ein rauchfreies Umfeld (Zuhause, im Auto, in Lokalen).

      Die Größe der Brust sagt nichts darüber aus, ob ausreichend Muttermilch produziert wird. Die Brust ist aus Fett- und Drüsengewebe aufgebaut. So enthält ein kleiner Busen zwar weniger Fettgewebe, aber die gleiche Menge Drüsen. Während der Schwangerschaft führen die Hormone Progesteron und Östrogen dazu, dass das Drüsengewebe wächst. Milchgänge und Milchbläschen entwickeln sich, außerdem verändert sich die Brustwarze, um die Versorgung des Babys nach der Geburt sicherzustellen. Eine gesunde Frau kann davon ausgehen, dass sie stillen kann – egal, wie groß oder klein ihr Busen vor der Schwangerschaft gewesen ist.

      Bitte verzichten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit auf das Haare färben: Einige der verwendeten Chemikalien stehen unter Verdacht, krankmachende Eigenschaften zu haben. Über die Kopfhaut gelangen diese in den Stoffwechsel und lassen sich sowohl in der Muttermilch als auch im Fettgewebe des Babys nachweisen. Eine mögliche Alternative sind Strähnchen, weil dabei so gut wie keine Farbe auf die Kopfhaut gelangt.

      Regelmäßige sportliche Aktivität ohne Überbelastung wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Mutter aus. Den Beckenboden können Sie durch gezieltes Rückbildungstraining stärken. Bei einer körperlichen Überanstrengung bildet der Körper Milchsäure. Es ist nicht auszuschließen, dass die Milchsäure in die Muttermilch übergeht und ihren Geschmack verändert. Am besten sporteln Sie daher unmittelbar nach einer Stillmahlzeit.

      Dieses Vorurteil verunsichert viele Frauen. Die stärkste Dehnung der Brust findet schon während der Schwangerschaft statt, nicht während der Stillzeit. Heute geht man davon aus, dass vor allem die Zahl der Schwangerschaften, das Alter, der Body-Mass-Index (BMI) und der Zigarettenkonsum zum Nachlassen der Spannkraft des Brustgewebes beitragen.

      Sofern das Implantat hinter den Brustdrüsenkörper oder unter dem Brustmuskel eingesetzt und das Gewebe während der OP nicht beschädigt worden ist, ist Stillen auch mit einem Brustimplantat möglich. Auch Silikon kann in der Regel nicht in die Muttermilch gelangen. Wissenschaftliche Erkenntnisse hierüber liegen allerdings nicht vor.

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