Wussten Sie, dass Ihnen während der Schwangerschaft in Österreich eine ganze Reihe von gesetzlichen Untersuchungen zusteht? Weil diese Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig sind, werden ihre Kosten voll und ganz von der Krankenkasse getragen. Ziel dieser Vorsorgeuntersuchungen ist die Früherkennung und Behandlung von möglichen Komplikationen.
Als Voraussetzung für die staatliche Unterstützung müssen in jedem Fall die im Mutter-Kind-Pass vorgeschriebenen Untersuchungen während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes durchgeführt werden.
Werden alle Untersuchungen, die im Mutter-Kind-Pass angeführt sind, auch zeitgerecht durchgeführt, so gewährleistet dies die bestmögliche Vorsorge für Mutter und Baby. Nur so können Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die Chancen auf eine gute Entwicklung sind so möglichst umfassend gewahrt. Sie erhalten Ihren Mutter-Kind-Pass bei allen Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, bei vielen praktischen Ärzten, in den Ambulatorien und in den Ambulanzen von Entbindungsabteilungen. Dieses wichtige Dokument sollten Sie immer bei sich tragen.
Wenden Sie sich in allen Fragen der Schwangerschaft vertrauensvoll an Ihren Arzt, er ist in der Zeit vor und nach der Geburt Ihr wichtigster Gesundheitsbetreuer und -berater. Auch die umfassende Betreuung durch eine Hebamme ist möglich.
Vor dem ersten Arztbesuch sollten Sie sich, wenn möglich einige Notizen machen:
Bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen wird der Arzt neben einer gründlichen Befragung über frühere Krankheiten und Unregelmäßigkeiten und der körperlichen Untersuchung auch eine Blutuntersuchung (Blutuntersuchung 1.und 4. Vorsorgeuntersuchung) veranlassen. Deren Ergebnisse geben Auskunft über Blutgruppe, Rhesusfaktor, Toxoplasmose, Hepatitis B, Geschlechtskrankheiten und Aids (dies freiwillig, jedoch sehr sinnvoll) und darüber, ob Sie schon Röteln hatten und damit gegen eine Ansteckung geschützt sind - oder ob Schutzmaßnahmen zu treffen sind. Röteln sind im Allgemeinen eine harmlose Kinderkrankheit - nur dann nicht, wenn eine werdende Mutter sie in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft bekommt. In diesem Stadium kann das Kind durch die Krankheit geschädigt werden.
Bei allen weiteren Terminen der Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Arzt Ihr Gewicht und Ihren Blutdruck prüfen und Ihren Urin untersuchen, um Störungen der Niere bzw. des Zuckerstoffwechsels auszuschließen.
Bei rund 3% der Schwangeren treten unter der Stoffwechselbelastung der Schwangerschaft, besonders nach dem dreißigsten Lebensjahr, Störungen im Zuckerstoffwechsel auf, die unerkannt und unbehandelt Risiken für die Mutter (Bluthochdruck, Harnwegsinfektionen, Diabetes im späteren Leben) und das Kind (Frühgeburt, Riesenkinder, Fettsucht und Diabetes im späteren Leben) nach sich ziehen können.
Nach dem 35. Lebensjahr ist das Risiko genetischer Fehlbildungen höher. Das Down-Syndrom (Mongolismus) ist dem Laien am bekanntesten. Schwangere ab dem 35. Lebensjahr sollten daher eine genetische Beratung in Anspruch nehmen!
Mehrmalige für Mutter und Kind ungefährliche Ultraschalluntersuchungen (nicht zu verwechseln mit Röntgenuntersuchungen) dienen zur Kontrolle des Wachstums und der Lage des Kindes.
Die
Untersuchungsergebnisse werden in den Mutter-Kind-Pass eingetragen, um eventuelle Abweichungen von der Norm und mögliche Wachstumsstörungen rechtzeitig zu erkennen. Daher den Mutter-Kind-Pass immer zu den Untersuchungen mitbringen.
Nicht vergessen: unbedingt zweimal in der Schwangerschaft zur zahnärztlichen Kontrolluntersuchung gehen (3.und 7. Monat)! In der Schwangerschaft sind die Zähne besonders anfällig für Karies da, durch die hormonelle Umstellung, der Speichel mehr Säure enthält und so den Zahnschmelz verstärkt angreift. Das Zahnfleisch ist stärker durchblutet, kann anschwellen und Bakterien können sich ansiedeln und zu Reizungen und Entzündungen führen. Vermehrtes Zahnfleischbluten ist oft das erste Anzeichen einer Zahnfleischentzündung (Schwangerschaftsgingivitis).
Wichtig: Teilen Sie vor Impfungen, vor dem Verschreiben und der Einnahme von Medikamenten und vor Röntgenaufnahmen dem behandelnden Arzt (oder Zahnarzt) auf jeden Fall mit, dass Sie ein Baby erwarten.