Schlafprobleme im Kleinkindalter

Alpträume und Schreie mitten in der Nacht? Viele Kinder werden von Alpträumen geplagt und auch Eltern leiden darunter.

Es gibt verschiedene Arten von Schlafproblemen, aber Kinder zwischen 2 und 5 haben vor allem Probleme mit dem Einschlafen, Alpträumen und Nachtschreck.

Alpträume

Alpträume kommen vor allem in der zweiten Hälfte der Nacht, während der REM-Schlafphase vor. Als REM-Schlaf (REM, engl. Rapid Eye Movement) wird eine Schlafphase bezeichnet, die unter anderem durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Die meisten Träume finden in dieser Phase statt. Sie kommt etwa fünfmal pro Nacht vor, in etwa alle 90 Minuten. Bis um das achte Lebensjahr verringert sich die Zeit der REM-Phase von neun Stunden (nach der Geburt) auf ca. drei Stunden. Danach gibt es keine größeren Veränderungen in der Dauer dieser Phase. Bei Kindern zwischen 2 und 5 ist diese Phase am stärksten ausgeprägt. Nach etwa 2 Lebensjahren beginnt Ihr Kind seine innere Welt zu entdecken. Drachen, Hexen und Dämonen bevölkern die Fantasie der Kinder. Diese Kreaturen tauchen in den Träumen der Kinder auf. Vor Angst wacht Ihr Kind daher in der Nacht auf und sucht Ihren Schutz und Zuneigung.

Aggression und Angst sind starke Emotionen, die durch den Alptraum zum Ausdruck kommen. Manchmal ist es ein Geist oder ein Monster, das sich im Kinderzimmer versteckt. Der Alptraum, ist eine Art Ventil für Ihr Kind. Einen Albtraum sollte man nicht verharmlosen. Zu sagen, dass es nur ein Traum war, hilft dem Kind meist nicht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Traum, um die Gründe für seine Angst zu finden. Erklären Sie ihm, dass seine Eltern immer in der Nähe bleiben, um es zu beschützen.

Nachtschreck

Häufig können Alpträume und Nachtschreck schwer unterschieden werden. Dennoch, Ursache und Wirkung sind anders. Nachtschreck ist eine Schlafstörung, die sehr häufig bei kleinen Kindern ein Problem ist, weil das Kind plötzlich während der Tiefschlafphase aufwacht. Nachtschreck äußert sich bei Erwachsenen häufig durch das plötzliche Aufwachen mit klopfendem Herzen. Erwachsene versuchen sich zu beruhigen und schlafen rasch wieder ein. Kinder sind beim Auftreten von

Nachtschreck selten wach. Nachtschreck kommt vor allem während der ersten drei Stunden des Schlafes vor. Nachtschreck kann einige Sekunden bis mehrere Minuten dauern. Statistisch gesehen erfahren die meisten Kinder  in den ersten Lebensjahren diese nächtliche Angst. Hierbei sind vor allem Kinder zwischen 3 und 6, und überwiegend Buben betroffen.

Nachtschreck äußert sich bei Kindern meist durch plötzlich auftretendes Weinen. Symptome sind häufig erweiterte Pupillen, rote Flecken am Körper und ein schnell schlagendes Herz. Oft reden Kinder bei Nachtschreck zusammenhangslose Dinge. Am Morgen erinnert sich das Kind nicht mehr daran. Im Gegensatz zu einem Alptraum ist es am besten, nichts zu tun. Ihr Kind wird spontan wieder einschlafen. Versuchen Sie es zu beruhigen, wird es versuchen Ihnen zu entkommen und im Kinderzimmer herumwandern.

Spezialisten unterscheiden vier Arten der Nachtschreck:

  • Am Ende des langsamen und tiefen Schlafs, bewegt sich das Kind im Bett hin und her, es öffnet kurz die Augen, murmelt etwas und schläft wieder ein.
  • Das Kind spricht in seinem Schlaf und erzählt zusammenhanglose Dinge und antwortet nicht auf Ihre Fragen.
  • Das Kind sitzt plötzlich aufrecht im Bett und sieht sich in seinem Zimmer um. Dann legt es sich wieder nieder und schläft weiter.
  • Das Kleinkind sieht sehr erschrocken aus und schreit um Hilfe. Seine Pupillen sind erweitert. Es scheint zum Opfer einer unbeschreiblichen Panik geworden zu sein. Sprechen Sie nicht mit Ihrem Kind und nehmen Sie es auch nicht in den Arm. Es wird von selbst wieder einschlafen. Wenn es geweckt wird, ist es verwirrt und kann häufig nicht mehr einschlafen.

Machen Sie sich keine Sorgen. Diese Ängste sind Teil des Heranwachsens und haben keine Auswirkungen auf die körperliche oder geistige Gesundheit Ihres Kindes.

Ihr Kind ist nicht allein

  • 99% der Kinder zwischen 2 und 4 haben Alpträume.
  • 30% der Kinder haben auch Alpträume nach ihrem sechsten Geburtstag.
  • 90% der Kinder haben Nachtschreck.
  • 4 von 5 Kindern können nicht ohne Kuscheltier einschlafen
    Aptamil Tipp: mit 2 Kuscheltieren kann ab und an auch eines ohne Tränen gewaschen werden.
  • Mädchen sind stärker von Alpträumen betroffen (Verhältnis: 10 Mädchen : 7 Buben)
  • Buben sind stärker von Nachtschreck betroffen (Verhältnis: 10 Buben : 6 Mädchen)
  • 5 bis 10% der Kinder  jeden Alters haben Alpträume.

Leichteres Einschlafen durch gute Gewohnheiten

  • Wählen Sie abends ruhige Aktivitäten wie Zeichnen, Lesen, Musik hören ...
  • Bei nervösen Kindern hilft häufig eine Massage, um diese zu beruhigen.
  • Folgen Sie abends Ihren Ritualen (Zähneputzen, Kuscheln, Geschichte vorlesen)
  • Verwenden Sie abends immer den gleichen Satz um anzuzeigen, dass es Zeit ist schlafen zu gehen. Ihr Kind wird schnell Ihre Botschaft verstehen.
  • Bringen Sie Ihr Kind jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett, und wecken Sie es morgen auch zur gleichen Zeit auf.

Was tun Sie, wenn Ihr Kind aufwacht?

  • Stellen Sie zunächst sicher, dass Ihr Kind sicher und bequem im Bett liegt.
  • Sagen und tun Sie, so wenig wie möglich. Eine zu lange Präsenz wird das Kind ermutigen wach zu bleiben.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind, flüstern Sie ein paar nette Worte und verlassen sie das Kinderzimmer wieder.
  • Singen Sie Ihrem Kind ein Schlaflied vor, ziehen Sie die Spieluhr auf uder geben Sie ihm einen Schnuller oder ein Kuscheltier zur Beruhigung.
  • Bleiben Sie in der Nähe des Kinderzimmers.
  • Wecken Sie ein Kind im Schlaf nicht, auch wenn es spricht oder um Hilfe ruft. Dies verlängert die Beschwerden meist.
  • Sprechen Sie mit einem Spezialisten über die Schlafprobleme Ihres Kindes wenn diese dauerhaft auftreten.

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