Babypflege ist viel mehr als „nur“ Reinigung und Kosmetik, sie ist vorbeugende Gesundheitspflege und – wenn sie richtig durchgeführt wird – sanfte Abhärtung.
Genießen Sie die Minuten der Pflege als ein zärtliches Zusammensein mit Ihrem Baby. Scherzen und plaudern Sie mit Ihrem Baby, während Sie es wickeln, und nehmen Sie sich die wenigen Augenblicke Zeit, es zu streicheln und mit ihm zu schmusen. Für seine gesunde seelische Entwicklung bedarf das Baby ganz dringend dieser liebevollen Zuwendung, um Vertrauen in seine Umwelt sowie eine innige und anhaltende Beziehung zu seiner Mutter und zum Vater aufzubauen. Wenn es selbst geliebt wird, lernt es, andere zu lieben. Nutzen Sie die Möglichkeit während dem Baden oder auch dem Stillen und genießen Sie den engen Kontakt zu Ihrem Baby.
Für das Baby ist es wichtig, dass außer der Mutter noch jemand da ist, der sich liebevoll kümmert. Väter, die die Aufgaben der Säuglingspflege übernehmen, werden später eine viel natürlichere, selbstverständlichere und innigere Beziehung zu ihren Kindern haben.
Babys sind nicht so „zerbrechlich“, wie sie aussehen. Sie haben ja immerhin schon die Strapazen der Geburt überstanden. Sie dürfen – und müssen sogar – Ihr Baby fest anfassen, wenn Sie es hochnehmen. Achten Sie anfangs auch darauf, sein Köpfchen noch zu stützen. Vorsichtig und vor allem umsichtig müssen Sie aber bei der Pflege Ihres Babys sein.
Babys machen sehr schnell unkontrollierte und unvorhersehbare Bewegungen, die man immer mit einkalkulieren muss, wenn das Baby auf der Wickelkommode liegt oder, wenn es älter ist, in der Badewanne sitzt. Das Gefühl für Sicherheit ist aber meist allen Eltern schon angeboren. Trotzdem müssen Sie immer alle Gegenstände, die Sie zum Wickeln, Baden oder Waschen benötigen, bereitliegen haben, um das Baby auch keinen Augenblick aus den Augen zu lassen. Dies gilt vor allem, wenn es auf dem Wickeltisch liegt! Wichtig ist, dass auf Sauberkeit geachtet wird, denn das Baby hat selbst noch keinen ausreichenden Schutz gegen Infektionen aufgebaut.
Jedes Neugeborene hat eine „Stelle“, durch die bei mangelnder Pflege Krankheitserreger eindringen und eine Infektion verursachen können. Der Nabel ist bei vielen Babys im wahrsten Sinne des Wortes ein „wunder Punkt“.
Das Abfallen des Nabelschnurrestes erfolgt unterschiedlich: bei manchen Babys bereits nach einigen, wenigen Tagen noch in der Klinik, bei manchen erst nach bis zu 14 Tagen, so dass Sie diesen Vorgang erst zu Hause beobachten können. Ehe Sie aus der Klinik entlassen werden, zeigt Ihnen die Säuglingsschwester, wie der Nabel richtig gepflegt wird.
Babys lieben das schwerelose Gleiten im warmen Nass, weil es sie an das vorgeburtliche Dasein im Mutterleib erinnert. Wenn Babys beim Eintauchen in das Badewasser schreien, könnte es sein, dass sie einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Vielleicht war das Wasser zu heiß oder zu kühl, vielleicht sind sie einmal zu tief untergetaucht worden und dabei erschrocken. Es ist also wichtig, dass schon das allererste Bade-Erlebnis positiv ausfällt. Ebenso wie beim Waschen spielt auch beim Baden die Vorbereitung eine wichtige Rolle.
Erst wenn Sie alles vorbereitet haben, wird das Baby aus seinem Bettchen geholt. Ehe Sie es ausziehen, wischen Sie seine Augen von außen nach innen mit einem in klarem (bei Neugeborenen abgekochtem) in Wasser getränkten Wattebausch aus. Das Gesichtchen wird ebenfalls nur mit klarem Wasser gewaschen. Die Pflege von Nase und Öhrchen kann jetzt, aber auch nach dem Bad erfolgen. Nach dem Ausziehen reinigen Sie den Po falls nötig mit Feuchttüchern von Stuhlresten.
Wenn das Baby ausgezogen ist, nehmen Sie es erst einmal in den Badegriff, ehe Sie es mit den Füßchen voran in das Badewasser tauchen. Greifen Sie Ihrem auf dem Rücken liegenden Baby mit der einen Hand unter dem Nacken hindurch und umfassen Sie an der Achselhöhle den Oberarm des Babys. Sie können so das Kind während des Bades sicher halten und haben die andere Hand frei zum Seifen und Waschen.
Der Kopf des Babys darf nicht ins Wasser getaucht werden, die Ohren müssen trocken bleiben. Waschen Sie zuerst vorsichtig das Köpfchen. Seifen Sie dann die Körper- Vorderseite mit einem milden Baby-Waschgel ein (bei der Verwendung von Baby- Badezusätzen kommt man ohne Waschgel aus), und vergessen Sie nicht die Hautfalten. Im Genitalbereich wird bei Mädchen immer sehr vorsichtig von vorne nach hinten ausgewischt, damit keine Darmbakterien verschleppt werden können.
Bei Jungen ist häufig die Vorhaut des Gliedes sehr eng. Es hat den Anschein, als wäre sie verklebt. Ihr Kinderarzt bzw. die Säuglingsschwester wird Ihnen hierzu Ratschläge geben, die Sie unbedingt befolgen sollten. Versuchen Sie nicht selbst, die Vorhaut mit Gewalt zurückzuziehen. Nach der Säuberung der Genitalien drehen Sie das Baby um und waschen Rücken und Po. In der Sicherheit Ihrer Arme können Sie Ihr Kind noch einige Augenblicke im Wasser sein lassen, ehe Sie es herausnehmen, in das vorgewärmte Badetuch einschlagen und trocken tupfen. Babybadetücher mit Kapuze haben den Vorteil, dass das Köpfchen sofort warm eingehüllt ist und dass Kopf, Po und Beine immer auf derselben Stelle liegen.
Die Haut Ihres Babys ist noch sehr empfindlich. Wenn Ihr Baby gut abgetrocknet ist, pflegen Sie den Körper sanft mit einer speziellen Baby-Gesichts- und Körpercreme. Diese weiche Creme lässt sich gut auf Arme, Brust, Rücken und die Beinchen auftragen und zieht schnell ein. Sie eignet sich auch ausgezeichnet für die Pflege der Gesichtshaut und der Händchen. Eine solche Creme schützt die Haut vor dem Austrocknen und Entfetten und erhält ihre Geschmeidigkeit.
Danach wird das Baby gewickelt, angezogen und mit einer weichen Babyhaarbürste frisiert. Die Fingernägel schneidet man mit einer speziellen, abgerundeten Babynagelschere rund, die Zehennägel gerade (damit sie nicht einwachsen).
Nach dem erfrischendem Bad schmeckt Babys Milchmahlzeit noch mal so gut – und es schläft sich hinterher paradiesisch. Je nach Ihren Zeitplänen können Sie das Baby vormittags oder abends baden. Das Abendbad hat den Vorteil, dass Papa das Baby baden kann.
Unentbehrliche Verbündete im Bestreben um Babys Gesundheit sind Luft, Licht und Sonne. Wenn Sie mit dem Baby unterwegs sind und die Außentemperatur mit der Zimmertemperatur übereinstimmt, braucht das Baby für das Luftbad keine besondere zusätzliche Kleidung. Ist es etwas kühler, muss das Baby wärmer angezogen werden. Das Baby wird langsam an den Aufenthalt in der frischen Luft gewöhnt. Man beginnt mit einer viertel bis halben Stunde und steigert auf vier bis sechs (oder mehr) Stunden am Tag. Diesen Frischluft-Luxus kann sich jedoch nur leisten, wer einen Garten oder einen Balkon mit sauberer Luft hat.
Wenn Sie in der Stadt wohnen, dann fahren Sie Ihr Baby ein bis zwei Stunden am Tag in einer grünen Gegend aus. Verkehrsreiche Straßen sind nicht geeignet, weil laut Messungen die Abgase am dichtesten in Knie- und Wagenhöhe konzentriert sind. Notfalls kann man sich auch behelfen, indem man das Baby bei geöffneten Zimmerfenstern Frischluft atmen lässt. Achten Sie aber darauf, dass keine Zugluft entsteht. Vor jeder Ausfahrt sollte die Gesichtshaut des Kindes durch Eincremen geschützt werden.
In der heißen Mittagssonne ist das Baby besser im kühlen Zimmer aufgehoben. Hitze ist für Babys nicht nur sehr unangenehm, sie kann sogar zu gefährlichen Hitzestauungen führen. Stellen Sie deshalb den Kinderwagen immer in den Halbschatten und achten Sie beim Ausfahren darauf, dass die Sonne nicht zu lange auf das Kinderwagen-Verdeck brennt. An direkte Sonnenbestrahlung darf man das Baby nur sehr langsam gewöhnen. Ein leichtes Baumwoll- oder Leinenhütchen zum Schutz des Kopfes und das Eincremen mit einem speziellen Sonnenschutz für Babys sind Voraussetzung für das kurze Sonnenbad. Wohler fühlen sich Babys in der Regel im Halbschatten, ganz abgesehen davon, dass dies auch gesünder ist.
Die ultravioletten Strahlen, die das in der Haut eingelagerte Provitamin zu Vitamin D (Rachitisschutz) umwandeln, wirken auch im Schatten eines Baumes oder eines Sonnenschirms. Ein Sonnenbrand oder gar ein Sonnenstich wären für das Baby schädlich – lassen Sie sich also nicht von dem falschen Ehrgeiz leiten, ein möglichst gebräuntes Baby vorzeigen zu können. Auch im Halbschatten wird die Haut im Lauf der Zeit gebräunt – und zwar auf gesunde Art und Weise. Achten Sie bei der Verwendung von Sonnencreme auf die richtige Menge, eine überhöhte Verwendung kann dazu führen, dass kein Vitamin D mehr produziert wird.
Im Winter sollten Babys wärmer „eingepackt“ werden, sonst kann die Frischluft leicht Erkältungen hervorrufen. Die Gesichtshaut wird mit einer speziellen, fettreichen Kindercreme geschützt.
Legen Sie Ihr Baby nie in einen Kinderwagen, der lange im kalten Flur oder Treppenhaus stand, sondern wärmen Sie ihn vorher mit einer Wärmflasche an. Legen Sie jedoch keine Wärmeflasche zu Ihrem Baby. Babys Haut ist viel empfindlicher als die der Erwachsenen. Eine heiße Wärmeflasche könnte zu Verbrennungen führen.
Leichter Regen oder Schneefall sind kein Grund, auf die Ausfahrt zu verzichten. Bei nasskaltem oder sehr kaltem Wetter ist es allerdings besser, wenn das Baby in der Wohnung bleibt und im vorher gut gelüfteten Zimmer schläft.