Impfungen können für Babys lebensrettend sein – daher unbedingt alle Impfungen und Untersuchungen, die im Mutter-Kind-Pass empfohlen sind, durchführen lassen!
Impfungen sind die wirksamsten Waffen gegen Infektionskrankheiten: So konnten durch Impfung Pocken weltweit ausgerottet werden, Kinderlähmung, Diphtherie und Tetanus wurden weitgehend zurückgedrängt. Auch schwere Krankheitsverläufe durch Masern und Mumps können reduziert werden, wenn Kinder rechtzeitig dagegen geimpft werden.
Der angegebene Impfplan soll als mögliches Beispiel zur Impfung eines gesunden Kindes angesehen werden und nicht als ein starres Schema. Er lehnt sich an Termine der Vorsorgeuntersuchungen an, um den Eltern zusätzliche Arztbesuche zu ersparen. Kinderarzt, Hausarzt oder Arzt des Gesundheitsamtes werden den Impfplan individuell anpassen, wenn Impftermine krankheitsbedingt oder durch Versäumnis ausgefallen sind.
Auch nach dem 1. Geburtstag sind Impfungen notwendig um Ihr Kind vor möglichen Krankheiten zu schützen. In der Rubrik mein Kleinkind finden Sie einen Überblick über weitere Impfungen.
Ziel ist es, den kindlichen Organismus in die Lage zu versetzen, eine Infektion abzuwehren. Eine Impfung bewirkt im Körper die Bildung von Abwehrstoffen (Antikörpern) gegen bestimmte Krankheitserreger. Die Abwehrstoffe können später im Falle eines Kontaktes mit dem Krankheitserreger schnell aus dem „Gedächtnis“ des Immunsystems abgerufen werden und somit vor dem Ausbruch einer Krankheit schützen.
Nicht alle Impfungen können im Organismus eine dauerhafte Erinnerung hinterlassen bzw. werden bei einmaliger Anwendung nicht ausreichend Abwehrstoffe gebildet. Daher ist eine Wiederholung von Impfungen notwendig.
Manche Impfstoffe, wie zum Beispiel der Impfstoff gegen Tetanus und Diphtherie, erfordern lebenslang wiederholte Impfungen, um einen wirksamen Impfschutz zu gewährleisten. Bei der Auffrischung einer Impfung ist der im Impfplan angegebene Mindestabstand zwischen den Impfungen einzuhalten. Um einen lückenfreien Schutz zu gewährleisten befragen Sie Ihren Arzt über die Notwendigkeit von Auffrischungen.
Prinzipiell sollten die Impfungen und der Zeitpunkt gemäß Impfplan des Obersten Sanitätsrates, der Empfehlungen für allgemeine und spezielle Impfungen in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde herausgibt, erfolgen (siehe Übersicht oben). Leider gibt es nicht gegen alle Infektionskrankheiten Impfstoffe, da das „Gedächtnis“ des Immunsystems nur gegen bestimmte Krankheitserreger aktiviert werden kann.
Im Rahmen der optimalen Durchführung eines individuellen Impfprogrammes sollten heute alle gegen Rotaviren, Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Poliomyelitis), Haemophilus influenzae B (Hib), Masern, Mumps und Röteln geimpft werden. Auch die Impfung gegen Hepatitis A und B ist zu empfehlen. In Zecken-Gebieten empfiehlt sich zum entsprechenden Zeitpunkt der Beginn der FSME-Impfung.
Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Gastroenteritis (= Brechdurchfall) bei Säuglingen und Kleinkindern. Die Übertragung des Erregers erfolgt meistens fäkal oder oral, selten durch Tröpfcheninfektion. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen treten Erbrechen, Durchfall und oft auch Fieber, ev. auch Ohrenschmerzen auf.
Diphtherie wird als Tröpfcheninfektion übertragen und betrifft in meist den Hals, kann aber auch Atemprobleme, Herz- oder Nervenschäden verursachen.
Tetanus äußert sich meist durch schmerzvolle Krämpfe und Muskelzuckungen. Die Krankheit kann tödlich sein, da sie zu Lähmungen der Atemmuskulatur führen kann. Tierbisse stellen eine hohe Infektionsgefahr dar.
Keuchhusten (Pertussis) beginnt wie eine Erkältung und steigert sich zu immer heftigeren Hustenanfällen. Das Keuchen entsteht, wenn das Kind zwischen zwei Hustenanfällen Luft holt.
Haemophilus influenzae B verursacht Grippe ähnliche Symptome wie Bronchitis, Halsschmerzen und Ohrinfektionen.
Der Polio-Virus greift das Nervensystem im Gehirn und im Rückenmark an und kann manchmal zu einer dauerhaften Lähmung (Kinderlähmung) führen.
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber und wird über Speichel oder Blut übertragen.
Pneumokokken können bei Babys und Kleinkindern Meningitis, Sepsis, Lungen- und Mittelohrentzündungen verursachen.