In den ersten Lebensmonaten ist Stillen die natürlichste und beste Ernährung für Ihr Baby. Es fördert die körperliche und emotionale Nähe zwischen Mutter und Baby und bietet darüber hinaus viele weitere Vorteile für beide.
Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit begünstigt das Stillen. Regelmäßiges Anlegen ist der beste Weg, den Milchfluss anzuregen.
Die Verwendung anderer Lebensmittel, außer Muttermilch oder einer Säuglingsnahrung, kann ebenso wie unsachgemäße Verwendung die Gesundheit des Säuglings gefährden. Wenn Sie zusätzlich eine Flaschennahrung geben, kann dies den Stillerfolg beeinträchtigen.
Die Entscheidung, nicht zu stillen, kann nur schwer rückgängig gemacht werden. Bei der Zubereitung von Säuglingsmilchnahrung achten Sie bitte sorgfältig auf die Hinweise und Anleitungen auf den Packungen. Dies ist für die gesunde Entwicklung Ihres Babys wichtig.
Wenn Sie stillen, sollten Sie so viel wie möglich darüber wissen. In unserer Stillbroschüre finden Sie hilfreiche Tipps und weitere Informationen zum Thema Stillen. Lassen Sie sich im Krankenhaus von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten und verlieren Sie nicht die Geduld, wenn nicht alles gleich reibungslos klappt. Geben Sie sich und Ihrem Baby die Chance, ein bisschen zu „trainieren“. Legen Sie Ihr Baby ganz nahe an Ihre Brust und helfen Sie ihm, Ihre Brustwarze in den Mund zu bekommen. Babys Mund umschließt die Warze und fast den ganzen Warzenhof, kleine Saugpolster auf den Lippen schließen alles luftdicht ab. Das Kind beginnt kräftig zu saugen. Achten Sie darauf, dass Babys Näschen frei bleibt, damit es beim Trinken weiteratmen kann.
Bei den ersten Stillmahlzeiten ist Ihr Baby vielleicht noch ungeschickt. Helfen Sie ihm, wenn es die Brustwarze verliert oder vor lauter Schreien nicht ans Saugen denkt. Führen Sie den Mund Ihres Kindes immer wieder sanft zur Brust – es wird bald begreifen, wie es trinken kann. Mit jeder Mahlzeit findet Ihr Baby die Warze nun schneller und sicherer und wird mit wachsender Kraft ausgiebig und länger saugen.
Ihr Baby wird bereits in der Klinik gemeinsam mit Ihnen im Zimmer untergebracht. Sie sind dann ständig in seiner unmittelbaren Nähe und können es immer dann stillen, wenn es hungrig ist – natürlich auch während der Nacht. Oftmaliges Anlegen fördert die Milchbildung. Zu Hause sollen Sie dann selbst herausfinden, wann und wie oft Ihr Baby gestillt werden will.
Es kann sein, dass sich Ihr Baby früher meldet, als Sie es erwarten. Stillen Sie es, wenn es Hunger hat. Lassen Sie es trinken, wann und wie viel es mag. Ihr Kind weiß selbst am besten, wann es hungrig – und wann es satt ist. Es ist völlig normal, wenn das Baby im 1. Monat etwa 8–10-mal täglich trinkt. Auch nachts braucht Ihr Baby seine regelmäßigen Stillmahlzeiten. Versuchen Sie das nächtliche Stillen so bequem wie möglich zu gestalten. Wenn Ihr Baby in Ihrem Zimmer schläft müssen Sie keine weiten Wege zurücklegen.
Sie können schnell reagieren, bevor das leicht Hungerjammern zu richtigem Weinen wird. Gedämpftes Licht, ein bequemer Stuhl, ein Stillkissen und eine Decke, die sie beide wärmt helfen Ihnen die nächtlichen Mahlzeiten angenehm zu überstehen. Wenn Ihr Baby einmal einen nächtlichen „Termin“ verschläft brauchen Sie es nicht zu wecken.
Wenn Sie wieder zu Hause sind, brauchen Sie viel Ruhe, denn Stress schadet dem Stillerfolg. Deshalb muss unnötige Aufregung von Ihnen ferngehalten werden. Machen Sie sich schon in der Klinik Gedanken darüber, wie Sie Ihren Tagesablauf zu Hause künftig neu einteilen. Das Stillen, das Wickeln und die liebevolle Beschäftigung mit Ihrem Kind stehen dann im Vordergrund. Hausarbeit und Besorgungen müssen auf die Zeiten zwischendurch verschoben werden – oder sogar zum Teil entfallen. Papa und die übrige Familie helfen Ihnen sicher gern, damit Sie sich ganz auf Ihre neue Aufgabe konzentrieren können.
Im Übrigen: Ein ungesaugter Teppich oder ein noch so großer Berg Bügelwäsche darf Sie nicht aus der Ruhe bringen. Jeder hat Verständnis dafür, dass Ihr Baby jetzt die Hauptperson ist, und Sie viel Ruhe brauchen, um eine ausgeglichene Mutter zu sein.
Sorgen Sie zunächst dafür, dass möglichst nichts und niemand Sie während des Stillens stört: kein Telefon, kein Fernsehen, kein Besuch. Bereiten Sie sich auf das Stillen vor: Hände waschen nicht vergessen!
Setzen Sie sich entspannt und bequem in Ihre „Still-Ecke“. Polster oder spezielle Stillkissen können Ihnen helfen, eine entsprechende Stillhaltung zu finden; oder richten Sie sich ein Plätzchen auf Ihrem Bett oder Sofa, wenn Sie lieber im Liegen stillen.
Legen Sie Ihr Kind zuerst an die eine Brust. Achten Sie immer auf ein möglichst korrektes Anlegen. Sie sollten Ihr Baby gut schlucken hören, sein Kiefer bewegt sich leicht während des Saugens. Wenn Ihr Baby eher müde ist, streicheln Sie seine Wange oder massieren leicht seine Füsschen.
Schon bald werden Sie herausfinden, ob Ihr Baby ein eher gemächlicher Trinker ist oder seine Mahlzeit bereits in wenigen Minuten fertig ist. Wenn Ihr Baby die Warze von alleine los lässt, ist es sicher satt!
Ihr Baby soll an beiden Brüsten saugen. So wird die Milchproduktion optimal angeregt Fangen Sie bei der nächsten Mahlzeit immer mit der zweiten Brust an. Während des Trinkens schluckt das Baby immer etwas Luft. Setzen Sie deshalb zwischendurch einmal oder mehrmals ab, damit sich die Nahrung setzen und das Kind aufstoßen kann. Lassen Sie es nicht zu lange an der Brustwarze nuckeln, die Warze könnte wund werden, und das ist oft sehr schmerzhaft.
Während Ihr Kind trinkt, haben Sie die schönste Gelegenheit, zu ihm zu sprechen und es zu streicheln, damit sich Ihr Baby in Ihrer Gegenwart wohl fühlt. Halten Sie es auch nach dem Stillen noch eine Weile im Arm und beschäftigen Sie sich mit ihm. Genießen Sie diese Minuten – es macht Sie genauso glücklich wie Ihr Kind.
Macht Ihr Baby einen satten, zufriedenen Eindruck, so zeigt das, dass es genug Milch bekommen hat. Vergessen Sie anschließend nicht, Ihr Baby aufstoßen zu lassen. Allerdings gibt es auch Babys, die nicht aufstoßen müssen.
Um festzustellen, ob Ihr Baby ausreichend trinkt, sollten Sie einmal wöchentlich die Gewichtszunahme prüfen. Diese sollte etwa 150–200 g pro Woche betragen. Eine regelmäßige Pflege der Brustwarzen ist wichtig um Entzündungen zu vermeiden. Die beste Pflege für die Brust ist Muttermilch, lassen Sie einige Tropfen davon nach dem Stillen auf der Brustwarze trocknen. Wenn nötig, cremen Sie sie mit einer pflegenden Brustwarzensalbe dünn ein. Die Haut darf keinesfalls aufgeweicht werden. Bedecken Sie die Brustwarzen mit einer frischen Stilleinlage, ehe Sie den Still-BH schließen. Unter der Dusche reicht warmes Wasser. Vermeiden Sie starke Seifen. Sie trocknen das empfindliche Gewebe nur aus.
In der Rubrik unser Service finden Sie unsere Stillbroschüre mit weiteren Tipps rund um das Thema Stillen.