Ernährung in der Stillzeit

In der Stillzeit haben Sie, genauso wie schon während der Schwangerschaft, einen Mehrbedarf an Nährstoffen. Daher ist eine ausgewogene Ernährung auch weiterhin für Sie und Ihr Baby wichtig.

Insgesamt bietet Muttermilch alles, was das Baby in der ersten Zeit nach der Geburt benötigt. Darum wird sie für die Ernährung in den ersten 4 bis 6 Lebensmonaten  als ausschließliche Nahrung empfohlen. Stillen  fördert unter anderem auch die körperliche und emotionale Nähe zwischen Mutter und Baby.

Ausgewogene Ernährung für zwei

Während der Stillzeit benötigt eine Frau deutlich mehr von bestimmten Nährstoffen, schließlich wird mit der Muttermilch ein eigenes Lebewesen ernährt. Wie lässt sich der erforderliche Mehrbedarf an Eiweiß (ab dem 4. Schwangerschaftmonat), Vitaminen und Mineralstoffen zuführen?

Am besten, Sie genießen eine abwechslungsreiche, möglichst vollwertige und ausgewogene Ernährung, d. h. vor allem

  • viel Obst und Gemüse,
  • reichlich Kohlenhydrate in Form von Brot, Nudeln, Reis (am besten jeweils als Vollkornprodukt) und Kartoffeln,
  • täglich ca. 2–3 Portionen Milch bzw. Milchprodukte,
  • Fleisch und Wurst je ca. 2x pro Woche,
  • Fisch mindestens 1x pro Woche.

Oft ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung in den ersten Wochen mit Baby gar nicht so einfach, daher empfiehlt es sich das Vitamin-Mineralstoff-Präparat aus der Schwangerschaft auch in der Stillzeit weiterhin einzunehmen.

Sie sollten nicht aus Angst vor Bauchweh und Blähungen beim Baby von vornherein wichtige Lebensmittel weglassen, da sonst eine ausgewogene Ernährung nicht mehr möglich ist. Auch blähendes Gemüse, wie Zwiebeln und Kohl, sowie Hülsenfrüchte sind für eine ausgewogene Ernährung von Bedeutung. Nur einige sehr empfindliche Babys reagieren mit Koliken, wenn die Mutter diese Lebensmittel gegessen hat. Dafür verantwortlich sind möglicherweise Stoffwechselprodukte, die im Körper der Mutter bei der Verdauung entstehen.

Essen Sie also am besten weiterhin alle Lebensmittel, die Ihnen schmecken, und lassen Sie nur dann einzelne Lebensmittel weg, wenn Sie einen bestimmten „Verdacht“ hegen.

Verdauung

Sollten Sie Schwierigkeiten mit Ihrer Verdauung haben, greifen Sie lieber nicht zu Abführmittel (außer auf Empfehlung des Arztes). Achten Sie dafür auf eine ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe sind vor allem in Gemüse, Obst, Vollkorngetreideprodukten (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Naturreis) und Weizen- und Haferkleie enthalten. Weizen- und Haferkleie können in Speisen (Suppen, Jogurts) oder Getränke eingerührt werden. Wichtig ist, dazu reichlich zu trinken, damit sich die besondere Wirksamkeit entfalten und die Verdauung auf natürliche Weise angeregt werden kann.

Getränke in der Stillzeit

Durch das Stillen erhöht sich Ihr Flüssigkeitsbedarf grundsätzlich. Trinken Sie daher mindestens 2 Liter täglich! Geeignete Getränke in der Stillzeit sind:

  • milde Tees oder spezielle Stilltees (meiden Sie Tees mit Salbei und Pfefferminze, weil diese die Milchbildung hemmen können),
  • stilles Mineralwasser,
  • säurearme Fruchtsäfte, am besten mit Wasser verdünnt.

Eher vermeiden sollten Sie:

  • Schwarzen Tee, Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke (wenn Sie nicht auf den morgendlichen Kaffee verzichten möchten, trinken Sie ihn am besten nach dem Stillen),
  • Säfte mit Zitrusfrüchten, denn die Säure kann in die Muttermilch übergehen und bei empfindlichen Babys wunden Po verursachen,
  • alkoholische Getränke.

Zurück zur guten Figur

Nach einer Geburt klagen viele Frauen über Gewichtsprobleme. Verständlich – die Gebärmutter hat schließlich während der Schwangerschaft ein volles Kilogramm zugenommen, und auch andere Gewebeveränderungen haben eine Gewichtszunahme gebracht. Es braucht seine Zeit, bis man sein Normalgewicht wieder erreicht hat.

Überstürztes Abnehmen hat daher keinen Sinn. Während der Stillperiode sollten Sie auf keinen Fall bewusst Körpergewicht reduzieren. Warten Sie mit dem Abnehmen ruhig bis zu der Zeit nach dem Abstillen. Wichtig ist dabei, dass Sie sich trotz verminderter Nahrungszufuhr ausgewogen ernähren. Vermeiden Sie vor allem kalorienreiche Speisen. Sie sollten sich für jede Mahlzeit genug Zeit nehmen, damit Sie in Ruhe essen können.

Rauchen

Denken Sie daran, dass alle Schadstoffe, die Sie Ihrem Körper zuführen, mit der Muttermilch an Ihr Baby weitergegeben werden. Verzichten Sie also auf den „blauen Dunst“ - Sie tun damit auch Ihrer Gesundheit einen Gefallen.
Achten Sie darauf, dass auch andere Personen in der Umgebung Ihres Babys keinesfalls rauchen, da die Schadstoffe auch über die Luft aufgenommen werden.

Vorsicht bei Medikamenten!

Für die Stillzeit gilt dasselbe wie für die Schwangerschaft: Medikamente jeglicher Art nur auf ärztliche Anweisung hin einnehmen. Machen Sie jeden Arzt, der Ihnen ein Medikament verschreibt, darauf aufmerksam, dass Sie stillen und lesen Sie aufmerksam dem Beipackzettel Ihres Medikaments.

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