Babys Entwicklung in den ersten 4 Monaten

In den ersten Lebenswochen scheint sich der Lebensinhalt des Babys auf Trinken und Schlafen zu beschränken. Von Anfang an sucht es den Kontakt zur Umwelt, und die ersten Eindrücke gewinnt es, indem es einfach das „erlebt“, was Gesicht, Hände, Körper und Stimme seiner Eltern tun.
 
Es beginnt mit dem ersten Hautkontakt gleich nach der Geburt und setzt sich fort in den „intimen Gesprächen“ zwischen Eltern und Kind. Am Klang der Stimme, an der Art der Berührung und Bewegung, beim Halten, Tragen, Pflegen und auch am Geruch erkennt Ihr Baby schon bald seine Bezugspersonen, und es ist daher besonders im ersten Lebensjahr enorm wichtig, dass es immer von den gleichen Personen – im Idealfall Mutter und Vater – umsorgt wird.

Gerade die anfängliche „Hilflosigkeit“ des Babys erfordert als Sicherheit einen Schutzraum aus Wärme, Liebe und Geborgenheit, die für die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes unbedingt notwendig sind. Mangelnde Zuwendung während der Säuglingszeit und in der frühen Kindheit hat negative Folgen für die Entwicklung und führt oft zu Entwicklungshemmungen, vor allen Dingen im Gefühlsbereich und sozialen Kontakt. Ob ein Kind später ängstlich, traurig, gehemmt oder fröhlich und ausgeglichen ist – der Grundstein zur Persönlichkeit im späteren Leben wird jetzt gelegt!

Wachstum

Alle Babys wachsen, aber nicht genau gleich schnell. Bei der Geburt sind die meisten Babys etwa 45-54 cm groß und wiegen zwischen 2,4 und 4,2 kg. Buben sind dabei im Allgemeinen etwas größer als Mädchen. Im Schnitt nehmen Babys bis zu 30 Gramm pro Tag zu und entwickeln den typischen Babyspeck.  Bei der Geburt macht das Körperfett nur etwa 10% ihres Gewichts aus, nach vier Monaten sind es bereits gut 40%. Diese Fettreserven braucht Ihr Baby unter anderem um die ersten Krankheiten gut zu überstehen.

Machen

Anfänglich sind die Bewegungen Ihres Babys noch unkoordiniert, aber meist mit allen Gliedmaßen gleichmäßig nach allen Richtungen. Das führt in der Bauchlage zu scheinbarem Kriechen. Die Nackenmuskeln Ihres Babys sind bei der Geburt noch schwach und daher sollten Sie den Kopf im ersten Monat immer stützen. Nach etwa einem Monat kann ihr Baby in Bauchlage den Kopf schon kurze Zeit heben und etwas drehen.

Nach etwa 6 Wochen versucht Ihr Baby voll Energie, die Arme in die Mitte zu bringen, und zufällig erwischte Dinge werden fest umklammert. In der Bauchlage stützt es sich auf die Unterarme, und der Kopf wird sicher gehalten. Allerdings haben Babys, die viel in Rückenlage liegen, mitunter noch einige Schwierigkeiten damit. Legen Sie daher Ihr Baby mehrmals täglich in wachem Zustand in die Bauchlage. Dabei werden Muskeln von Bauch, Rücken, Schultern, sowie der Arme gekräftigt. Die motorische Entwicklung erfolgt aus der Bauchlage heraus und ist eine wichtige Voraussetzung für weitere Entwicklungsschritte (z.B. für das Sitzen). Schläft Ihr Kind so vermeiden Sie die Bauchlage, da diese Schlafposition den plötzlichen Säuglingstod (SIDS) begünstigen kann.

Ab dem dritten Monat kann das Greifen schon durchaus zielgerichtet sein, wenn auch das Baby meist noch mit voller Hand greift und die andere zum Gegenhalten verwendet. Dabei wird manchmal eine Seite deutlich bevorzugt. Dieses frühe einseitige Greifen sagt jedoch nichts darüber aus, ob es später Rechts- oder Linkshänder sein wird.

Sprechen und Hören

Da Neugeborene und kleine Babys sehr temperaturempfindlich sind, reagieren sie auf das Ausziehen oft mit heftigem Geschrei. Schreien ist überhaupt die erste Art, wie sich Ihr Baby bemerkbar macht. Meist können Eltern jedoch schon sehr früh zwischen verschiedenen Formen des Schreiens unterscheiden und wissen, ob ihr Baby hungrig oder nass ist oder aber nur beschäftigt werden will.

Mit jeder Woche wird das Mienenspiel des Babys lebhafter und die Beziehungen zur Umwelt deutlicher. Urplötzlich ist im Spiel mit den Eltern das erste Lächeln da, nachdem das Baby gelegentlich schon im Schlaf kurz gelächelt hat. Aber auch die ersten Tränen sind zu beobachten, in den ersten vier Wochen weint das Baby tränenlos.

Wie gut das Baby Geräusche wahrnehmen kann, merkt man z.B. beim Zuschlagen einer Türe – es zuckt dann mit dem ganzen Körper oder reißt die Arme auseinander. Einen Punkt kann es noch nicht fixieren, was manchmal Schielstellungen hervorruft, stärkerer Lichtwechsel jedoch führt zu Blinzeln oder Kopfdrehen.

Um den dritten Lebensmonat kann Ihr Baby Töne lokalisieren und dreht den Kopf in die entsprechende Richtung. Überlaute, plötzliche Geräusche bewirken jedoch noch immer Schreckreaktionen. Das Lächeln wird zum Teil bereits gezielt eingesetzt und ist oft von lallenden Lauten begleitet. Augenblicklich wechselt jedoch das strahlende Gesichtchen in heftiges Schreien, wenn man sich ihm zu plötzlich nähert und die „Intimsphäre“ von 20 – 30 cm unterschreitet.

Sehen und Schmecken

Da das Baby in den ersten Wochen nur in einem Abstand von ca. 20 – 30 cm scharf sehen kann, sollte beim Füttern mittels eines Fläschchens unbedingt darauf Rücksicht genommen werden. Beim Stillen ist der richtige Abstand automatisch gegeben. Anfangs hat Ihr Baby auch noch etwas Schwierigkeiten beide Augen zu fokussieren. Ihr Baby kann von Geburt an Farben erkennen. Es fällt ihm aber noch schwer, ähnliche Farbtöne voneinander zu unterscheiden.

Nach etwa 6 Wochen werden dargebotene Dinge nicht nur fixiert, sondern auch mit den Augen verfolgt. Vorerst macht das noch einige Mühe, und immer wieder gleiten die Augäpfel ab, doch der Blick wird laufend sicherer. An einer Schnur über dem Bett aufgereihte, kontrastreiche Gegenstände üben eine große Faszination aus. Sie sollen jedoch einen Mindestabstand von 20 cm zum Gesicht des Babys haben, da sie sonst eher als bedrohend empfunden werden. Nicht nur mit dem Blick nimmt das Baby Kontakt auf. Abgesehen von seinem bereits differenzierten und teilweise zweckgebundenen Weinen gibt es verschiedene Laute in Form von Gurren und Krähen von sich, z. B. wenn es sich wohl fühlt.

Geschmacks- und Geruchssinn sind ebenfalls bereits ausgebildet und verfeinern sich von Woche zu Woche. Die geschmacklichen Differenzierungsmöglichkeiten sind bei weitem noch nicht so ausgeprägt, wie bei einem Erwachsenen. Die Geschmacksknospen sind zwar voll funktionsfähig, doch muss das Gehirn erst noch ein- und zuzuordnen lernen, was ihm da an Informationsflut von der Zunge übermittelt wird. Ihr Baby bevorzugt eindeutig Süßes, aufgrund der natürlichen Süße der Muttermilch, und kennt den „Geruch“ der Eltern genau.

Knochen

Bei der Geburt sind die Knochen Ihres Babys sehr weich und flexibel, da diese noch kaum Mineralstoffe enthalten. Babyknochen haben einen hohen Anteil an Cartilago (Knorpelgewebe), einem flexiblen Material das im Laufe der Zeit in Knochenmaterial aushärten wird. Tatsächlich haben Babys anfangs etwa 300 Knochen. Später, wenn die Knochen aushärten, werden einige davon zusammenwachsen bis es nur mehr 206 Knochen, wie bei einem Erwachsenen, gibt.

Mehr Information zu den Knochen Ihres Babys haben wir für Sie in unserem Artikel Knochenwachstum von Geburt an zusammengestellt.

Einen Überblick über Babys Entwicklung in den ersten Lebensmonaten finden Sie in unserem Entwicklungsplan. Möchten Sie Details zur Entwicklung Ihres Babys in den einzelnen Lebensmonaten haben, besuchen Sie unseren Babykalender.

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